"Nichts zu befürchten"

"Unisono" nennt sich das Projekt, aus dem möglicherweise ein gemeinsamer neuer Energiekonzern von DEW21, Stadtwerke Bochum und Gelsenwasser AG hervorgehen könnte. RN-Redakteurin Bettina Kiwitt sprach über die Pläne mit dem Betriebsratsvorsitzenden von DEW21, Peter Steffen (57).

06.02.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn sich mehrere Unternehmen zusammenschließen, bleiben oftmals Mitarbeiter auf der Strecke. Befürchten Sie das auch?

Steffen: Nein. Denn alle beteiligten Betriebsräte - also die von den Dortmunder Stadtwerken, der Gelsenwasser AG, der Stadtwerke Bochum, von uns sowie die verdi-Bezirke Bochum-Herne, Emscher-Lippe Süd und Dortmund - haben von vornherein Bedingungen festgelegt, unter denen der Prüfungsauftrag zu Unisono zu erfolgen hat.

Wie sehen die Bedingungen aus?

Steffen: Es darf in keinem der beteiligten und gegebenenfalls neu zu gründenden Unternehmen zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze an den Standorten darf nicht unter das heutige, im Rahmen der Restrukturierungsprogramme vereinbarte bzw. geplante Niveau abgesenkt werden. Die tariflichen Bindungen wie auch das geltende Niveau der Arbeits- und Sozialbedingungen müssen gesichert werden.

Im Gegenzug zu der Zusicherung eines Verzichts auf Personalabbau und Kündigungen wird vom Lenkungsausschuss von den Mitarbeitern Flexibilität in Sachen des Arbeitsortes und ihrer Funktionen innerhalb der einzelnen Unternehmen erwartet. Da sehen Sie als Betriebsrat keine Probleme?

Steffen : Flexibilität wird von jedem erwartet.

Die Mitarbeiter haben also nichts zu befürchten?

Steffen: Ich denke nicht. Wir wollen jedenfalls von der Geschäftsführung erklärt bekommen, was ein mögliches neues Unternehmen den Mitarbeitern für Vorteile bringt. Die muss man uns darlegen. Denn wir haben Alleinstellungsmerkmale und Bochum auch.

Warum ist dann eine gemeinsame Zusammenarbeit überhaupt Thema?

Steffen: Die Geschäftsführung muss sich schon Gedanken machen. Der Druck der anderen Versorger etwa wie "e wie einfach" oder Yello wird immer größer. Die Kunden wechseln in Scharen. Geiz ist geil ist in. DEW muss sich dieser Herausforderungen stellen, auch wenn wir hier in Dortmund gut aufgestellt sind.

Wie hat aus ihrer Sicht eigentlich 1995 der Übergang von der VEW zur DEW geklappt?

Steffen: Gut. Die Eckpunkte waren auch damals im Vorfeld festgeklopft worden. Es gab sicherlich hier und da noch Feinjustierungen, aber grundsätzliche Fehler wurden nicht gemacht.

Man könnte dieses Mal versuchen, die einzelnen Betriebsräte gegeneinander auszuspielen und so die gemeinsamen Forderungen zu unterlaufen.

Steffen: Das wird nicht gelingen. Wir lassen uns nicht auseinander dividieren. Außerdem haben wir auch die Unterstützung der Politik und des Oberbürgermeisters.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der DEW-Geschäftsführung? Steffen: Hervorragend. Und das meine ich wortwörtlich.

Da könnte der Eindruck des Klüngelns entstehen.

Steffen: Das ist aber nicht so. Wir vertreten nachdrücklich die Interessen unserer 1100 Mitarbeiter. Aber in einem vernünftigen Umgang mit der Geschäftsführung. Alles andere wäre kontraproduktiv.

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