Nicole Schalla (†16): „Wollte sichergehen, dass das nicht nur eine Puppe ist“

hzMordprozess

Halb ausgezogen lag die Leiche von Nicole-Denise Schalla im Herbst 1993 in einer Hecke an der Jungferntal-Grundschule. Zeugen erinnern sich vor Gericht noch heute ziemlich genau.

Dortmund

, 17.09.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mordprozess gegen den Castrop-Rauxeler Ralf H. wird für viele Zeugen zu einer zweiten Reise in die Vergangenheit. Schon einmal haben sie vor dem Schwurgericht aussagen müssen. Doch weil im August alles noch einmal von vorne begann, werden auch sie neu vernommen.

Hausmeister holte Polizei

Am Donnerstag erinnerten sich unter anderem ein Polizist, der damalige Hausmeister der Schule und ein Mitarbeiter der Müllabfuhr an den Morgen des 15. Oktober 1993.

Eine Reinigungskraft hatte gegen 8 Uhr den Leichnam der 16-jährigen Nicole-Denise Schalla entdeckt. Was danach passierte, war einerseits von überaus gewissenhaftem Handeln, andererseits aber auch von ziemlichem Dilettantismus geprägt.

Müllabfuhr leerte Tonnen

Während der Hausmeister den Fundort der Leiche mied und stattdessen sofort die Polizei informierte, leerten die Mitarbeiter der Müllabfuhr nicht nur in aller Seelenruhe die Tonnen neben der Toten.

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Einer gab als Zeuge sogar zu, die Leiche kurz mit dem Fuß angestoßen zu haben. „Ich wollte sichergehen, dass das nicht nur eine Puppe ist“, sagte er den Richtern am Donnerstag.

Auf die Idee, dass er damit einen Tatort durcheinanderbringe, sei er zu keiner Zeit gekommen, so der Zeuge weiter. „Ich musste mich ja erst einmal vergewissern, dass das auch wirklich ein Tatort ist“, behauptete er.

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