Nie wieder «Glück auf»

Deilmann-Haniel: Drohen nach der Pleite Massenentlassungen?

29.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Auf der einen Seite könnte nach 22 Monaten endlich die finstere Zeit der Ungewissheit zu Ende gehen. So lange schwebt nämlich schon das Damoklesschwert über dem Kurler Bergbauzulieferer. Auf der anderen Seite droht der schmerzliche Verlust des eigenen Arbeitsplatzes. Insolvenzverwalter Achim Thiele war gestern nicht zu erreichen. Somit bleibt offen, ob das Insolvenzverfahren tatsächlich eröffnet - und damit das Ende der über 100 Jahre alten Bergbau-Spezialgesellschaft eingeläutet wird. Wenig Erhellendes auch beim Betriebsrat. «Der letzte Funken Hoffnung ist noch nicht erloschen», teilte ein Arbeitnehmervertreter mit. Eine Rettung in letzter Minute sei noch möglich, flüchtete er sich in Durchhalteparolen. Tatsache ist: An der mangelnden Nachfrage des Hauptauftraggebers Deutsche Steinkohle AG (DSK), die zur Zahlungsunfähigkeit von Deilmann-Haniel geführt hat, hat sich nichts geändert. Auch der ruinöse Preiskampf mit ausländischen Billiganbietern hält unvermindert an. Die IG BCE macht sich unterdessen weiter für die Kumpel stark. So nimmt die Gewerkschaft noch einmal den Heitkamp-Konzern in die Pflicht: «Als die Muttergesellschaft in Schwierigkeiten war, haben die Bergleute geholfen. Nun erwarten sie zu Recht, dass dies auch umgekehrt gilt», sagte IG BCE-Landesbezirksleiter Kurt Hay. Die Gewerkschaft will Massenentlassungen vermeiden. «Deshalb denken wir zumindest für einen Teil der Betroffenen über eine Beschäftigungsgesellschaft nach.» Laut Hay dürfe sich Heitkamp nicht aus der Verantwortung «davonstehlen». Der Konzern müsse sich finanziell an einer solchen Lösung beteiligen. Er erneuerte seinen Appell an Landesregierung, RAG und DSK, die Beschäftigten bei Deilmann-Haniel nicht im Regen stehen zu lassen. «Wir müssen jede Chance nutzen.» Um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten, müssten nun «unterschiedliche Einzelmaßnahmen ergriffen werden». ar

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