Beliebter Nordstadt-Trödelmarkt steht auf der Kippe - Händler ringen um einen neuen Standort

hzHildastraße in Dortmund

Hat der Trödelmarkt an der Hildastraße bald ausgedient? Die Händler fürchten, durch den Bau eines Möbelhauses ihre Existenz zu verlieren. Dabei hegen die Marktbeschicker sogar Ausbaupläne.

Nordstadt, Dortmund

, 16.03.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Taner Gök, Sprecher der Marktbeschicker, treibt seit Monaten fast nur noch ein Thema um: Wie geht es weiter für die mehr als 40 Händler und ihren rund 100 Mitarbeitern, wenn sie das Gelände an der Hildastraße nach mehr als 25 Jahren räumen müssen? Gök weiß, dass auf der Fläche ein Möbelhaus angesiedelt werden soll. Wann genau, ist noch offen.

Das Bebauungsplanverfahren läuft. „Den Baustart wird es aber nicht schon im nächsten Jahr geben“, beruhigt Bezirksbürgermeister Ludwig Jörder. Dennoch wollen Gök und seine Mitstreiter für den Tag X gerüstet sein. „Das Thema sorgt bei den Händlern für Unruhe und Existenzangst“, sagt er.

Inzwischen haben Gök und seine Mitstreiter einen möglichen Ersatzstandort ausgemacht: ein früheres Eisenbahngelände nördlich der Juliusstraße/Ravensberger Straße, einige Hundert Meter vom jetzigen Standort entfernt. „Wir wären bereit, das Grundstück zu kaufen und die Organisation des Marktes künftig in eigene Hände zu nehmen“, sagt Gök.

Planungsdezernent sieht das Warensortiment kritisch

Dazu hat er der Verwaltung bereits ein erstes, lockeres Konzept vorgelegt: Das sieht neben 170 Kfz-Stellplätzen vier asphaltierte Verkaufsfelder vor. Zudem sollen vier Container mit Sanitäranlagen, Büros und Erste Hilfe-Ausstattung aufgestellt werden. Ebenfalls geplant sind Imbiss- und Getränkestände, die das durchaus bunte Verkaufsangebot flankieren: Das reicht von Nahrungs- und Genussmitteln über Textil- und Haushaltswaren bis zu Elektronik.

Vor allem aber sollen die Händler auf der neuen Fläche ans Strom- und Wassernetz angebunden werden – was an der Hildastraße bislang nicht der Fall ist. „Es gibt einiges, das man besser organisieren könnte“, sagt Gök.

Das mag auch die Stadt so sehen. Beim Standort Juliusstraße/Ravensberger Straße allerdings zuckt Planungsdezernent Ludger Wilde erst einmal zusammen. In einem Schreiben an die Bezirksvertreter der nördlichen Innenstadt ist die Skepsis mit Händen zu greifen. Grund ist das Angebotssortiment. Dabei handele es sich um „nahversorgungs- und zentrenrelevante Güter des täglichen Bedarfs“.

Trödelmarkt darf Geschäften keine Konkurrenz machen

Im „Masterplan Einzelhandel“ sei aber festgelegt, dass ein solches Angebot in der Regel auf Stadtbezirks- und auf Nahversorgungszentren „oder sonstige städtebaulich integrierte Lagen“ beschränkt werden solle. Nur: „Bei dem Vorhaben handelt es sich weder um einen zentralen Versorgungsbereich noch um eine städtebaulich integrierte Lage“, lässt Wilde wissen. Die Stadt will verhindern, dass sich Standorte gegenseitig Konkurrenz machen und Ortskerne durch Ansiedlungen auf der „Grünen Wiese“ mittelfristig ausbluten.

Es gibt weder Strom- noch Wasseranschluss für die Händler, die ihre Stände an der Hildastraße in der Regel mittwochs und samstags aufbauen.

Es gibt weder Strom- noch Wasseranschluss für die Händler, die ihre Stände an der Hildastraße in der Regel mittwochs und samstags aufbauen. © Gregor Beushausen

Kommt hinzu: Das von Markt-Sprecher Gök ausgeguckte Gelände liegt mitten im Wirkungskreis des Bebauungsplanes „InN 240 Ostseite Bornstraße“. Der Bebauungsplan befindet sich im Aufstellungsverfahren – und schließt zentrenrelevanten Einzelhandel kategorisch aus. Daher sei fraglich, ob das Vorhaben genehmigt werden könne, so Wilde. Konkret beantworten lasse sich das erst, wenn eine Bauvoranfrage bzw. ein Bauantrag vorliege.

Wirtschaftsförderer sollen bei Standortsuche helfen

Damit will Gök warten – mindestens bis zu seinem Gespräch mit der Verwaltung in der kommenden Woche. Verstehen könne er die Haltung nicht, wie er auf Anfrage erklärt. „Zumal das Grundstück vom alten Standort nicht weit entfernt liegt.“ Immerhin sagt Dezernent Wilde zu, die Suche nach einem Alternativstandort „im Rahmen der Möglichkeiten“ zu unterstützen. Die Politiker in der Bezirksvertretung wollen nun zusätzlich die städtischen Wirtschaftsförderer auf den Plan rufen. Und was sagt die Ostwald GmbH bzw. Theo Trödel GmbH als Veranstalter des Marktes an der Hildastraße zu den Plänen für den Möbelmarkt? „Wir wissen von nichts“, heißt es dort.

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