«Not der Patienten ausgenutzt»

Anwalt der Schützes

19.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Der Essener Professor Broelsch studierte die CT-Aufnahmen von Therese Schütze und kam zu dem Schluss, dass «der Tumor noch nicht so weit fortgeschritten sei, es gebe noch ein bisschen Hoffnung», erinnert sich Sohn Raimund. Weil sich ihr Zustand verschlechterte, wurde Therese Schütze früher als geplant bereits am 14. April zwei Stunden lang operiert. Anschließend hieß es lapidar: «Wir können nichts mehr machen. Alles ist voller Krebs», erinnert sich Schütze, eine Einschätzung, die er bereits von dem Chefarzt Dr. Karl-Heinz Bauer in Brackel gehört hatte. Der findet es zwar nicht verwunderlich, dass der Essener Kollege die Patientin nochmal aufgemacht hat. Das sei durchaus üblich. «Er hätte aber vorher mit mir sprechen können», kritisiert er. Für den Dortmunder Rechtsanwalt Uwe Prein, der die Schützes zivilrechtlich vertritt, weist alles darauf hin, dass der Professor die Not seiner Patienten ausnutzte, wohl wissend, dass «die nach jedem Strohhalm greifen». Für Raimund Schütze wird Prein das gespendete Geld zurück-, für die Mutter Schmerzensgeld und Schadensersatz einfordern. Die Essener Staatsanwaltschaft will in einem Ermittlungsverfahren feststellen, ob Broelsch sich der Vorteilsnahme oder Erpressung schuldig gemacht hat. Der Professor will vorerst keine Stellungnahme abgeben», so sein Sekretariat. kiwi

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