Notlösung an zwei Dortmunder Schulen: Unterricht startet im Pagodenzelt

hzProbleme mit Schulcontainern

Dass der Schulstart 2020 ungewöhnlich wird, dafür sorgt zumindest an zwei Dortmunder Schulen nicht nur die Mundschutz-Pflicht wegen Corona: Einige Schüler haben bald Unterricht in Zelten.

Dortmund

, 10.08.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise prägt den Schulanfang am 12. August (Mittwoch). Und das an zwei Dortmunder Schulen nicht nur, weil dann Mundschutz-Pflicht für Schüler und Lehrer gilt.

Am Max-Planck-Gymnasium in der südlichen Innenstadt und an der Europaschule in Wambel findet ein Teil des Unterrichts in Pagoden-Zelten statt. Und auch das hat mit der Corona-Krise zu tun.

Der Unterricht im Pagodenzelt hat zunächst einmal mit der generellen Raumnot aufgrund gestiegener Schülerzahlen zu tun. An vielen Dortmunder Schulen sollen deshalb zumindest vorübergehend Klassenräume in Containern eingerichtet werden - „mobile Raumeinheiten“ heißt das im Amtsdeutsch.

An fünf Schulen - der Europaschule, der Schragmüller-Grundschule, am Max-Planck-Gymnasium, am Helene-Lange-Gymnasium und am Goethe-Gymnasium - sollten die Container zu Beginn des neuen Schuljahres stehen.

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Doch die Umsetzung gestaltete sich schwierig. Erst nach zwei Vergabeverfahren konnte eine Firma gefunden werden, die mit dem Aufstellen der Container beauftragt wurde.

Terminnot beim Container-Aufbau

Doch die hatte vor wenigen Tagen eine schlechte Nachricht für die Schulverwaltung: „Ende Juli, lange nach allen erfolgten Abstimmungsgesprächen, teilte der Auftragnehmer überraschend mit, die vertraglich fixierten Fertigstellungstermine nicht einhalten zu können“, teilt Stadtsprecher Christian Schöne mit. „Begründet wurde das mit Kapazitätsproblemen durch den coronabedingten Ausfall verschiedener Zulieferfirmen.“

Ein anderer Container-Lieferant konnte in der Kürze der Zeit nicht gefunden werden. „Um den Schülern zum Schulbeginn am 12. August den dringend

benötigten Schulraum zur Verfügung stellen zu können, konnte nach

mehreren Dialogrunden erreicht werden, dass zumindest ein zeitlich

gestaffelter Aufbau der Containermodule erfolgen wird“, teilte die Stadt am Freitag (7.8.) mit.

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Das Problem: Am Max-Planck-Gymnasium und an der Europaschule droht die Zeit knapp zu werden, weil Anlieferung und Aufbau der Container erst in der vergangenen Woche möglich waren. „Fertigstellungs- und Inbetriebnahme-Termin zum Schulbeginn erschienen damit stark gefährdet“, so die Stadt.

Pagodenzelte als „Plan B“

Deshalb griff man zu „Plan B“ mit einer „innovativen Idee“. An den beiden Schulen wurden Pagoden-Zelte mit Containerwänden aufgebaut. Auch dafür haben die Amtsdeutsch-Wortschöpfer einen schönen Begriff kreiert: Sie sprechen von „Leichtbauraumeinheiten“ oder „Fliegenden Bauten“.

Die Zelte sollen übergangsweise als Klassenräume genutzt werden, bis die Container nutzbar sind. „Durch diese schnelle Notmaßnahme ist sichergestellt, dass allen zu unterrichtenden Kindern das entsprechende Raumangebot zur Verfügung gestellt werden kann“, kündigt die Stadt an.

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