Maskenpflicht ab Montag: Verunsicherung und Freude in Dortmund

hzVerordnung des Landes

Die vehementen Forderungen aus vielen Städten, darunter auch aus Dortmund, haben gewirkt: Auch das Land NRW führt eine Pflicht zum Mund-und-Nasenschutz ein. Das sind die ersten Reaktionen.

Dortmund

, 22.04.2020, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Städte hatten am Dienstag mächtig Druck gemacht: Im Kampf gegen das Coronavirus forderten sie eine Mund-und-Nasenschutz-Pflicht zumindest bei Einkäufen und im öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Städte, darunter Münster, hatten bereits selbst eine „Alltagsmasken“-Pflicht beschlossen, die ab dem nächsten Montag (27.4.) gelten soll.

In Dortmund deutete sich ein ähnliches Vorgehen an. Sollte das Land keine einheitliche Vorgabe machen, werde man spätestens am Freitag über eine lokale Regelung entscheiden, kündigte Oberbürgermeister Ullrich Sierau an.

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Das ist nun nicht nötig. Denn am Mittwochmittag kündigte die NRW-Staatskanzlei die Maskenpflicht für öffentlichen Nahverkehr und Einkäufe ab dem 27. April für das ganze Land an.

Entsprechend zufrieden, dass der Druck der Städte gewirkt hat, zeigte sich am Mittwoch Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Die Kommunen haben die guten Argument auf ihrer Seite gehabt“, sagte er gegenüber unserer Redaktion. „Denn gerade, wenn man die bisherigen Corona-Beschränkungen lockern will, muss man mehr in den Gesundheitsschutz investieren.“

Masken für Mitarbeiter

Für den Handel hat die Vorgabe zwei Seiten. Denn nicht nur die Kunden, auch die Mitarbeiter im Verkauf müssen Mundschutz tragen. „Wir statten momentan bundesweit unsere Mitarbeiter mit Mund-Nasen-Schutz oder Gesichtsvisieren aus“, teilte eine Rewe-Sprecherin mit.

Bei den City-Händlern stößt die neue Vorschrift vor diesem Hintergrund auf ein geteiltes Echo, berichtet der Cityring-Vorsitzende Dirk Rutenhofer. „Aber wenn es dem Gesundheitsschutz dient, erträgt der Handel auch das“, stellt er fest.

Ganz überraschend kommt die Entscheidung für den Handel ohnehin nicht. Viele Händler hätten sich schon vorausschauend mit Masken eingedeckt oder sie bestellt, berichtet Rutenhofer. Teilweise würden sie dann wohl auch Kunden angeboten, die ab Montag ohne Mundschutz zum Einkauf kommen.

Verunsicherung bei Verbrauchern

Aus Verbrauchersicht betrachtet Doris Kischel als Vorsitzende des „DHB Netzwerks Hausfrauen in Dortmund“ - besser bekannt als Hausfrauen-Bund - die Vorgabe ebenfalls mit gemischten Gefühlen. Es wäre gut, wenn das Einhalten der Abstandsregeln zum Schutz vor einer Corona-Infektion ausreiche, stellt sie fest.

Das sei beim Einkaufen und vor allem im öffentlichen Nahverkehr aber oft nicht der Fall. „Wichtig wäre es, wenn die Masken beide schützen - den Träger und das Gegenüber“, meint Doris Kischel. Bei vielen Verbrauchern gebe es auch eine große Verunsicherung, wo schützende Masken zu haben sind.

Schals und Tücher sollen reichen

Zur Art der Masken macht das Land allerdings keine Vorgaben. Zulässig seien auch sogenannte Alltagsmasken oder auch ein Schal, heißt es zur Erläuterung. Eine ähnliche Empfehlung hatte zuletzt auch das Verkehrsunternehmen DSW21 ausgesprochen.

Man hatte hier mit Blick auf voller werdende Busse und Bahnen unter anderem wegen der Wiederaufnahme des Schulbetriebs an die Eigenverantwortung der Fahrgäste appelliert und auf das Gebot zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung hingewiesen. Dazu können auch Halstücher und Schals verwendet werden.

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DSW-Vorstandschef Guntram Pehlke begrüßte deshalb am Mittwochmittag die Entscheidung des Landes zur Mundschutz-Pflicht ausdrücklich. „Wir werden unsere Fahrgäste auf die Vorgaben hinweisen. Die Einhaltung können wir allerdings nicht kontrollieren. Deshalb setzen wir auf die Eigenverantwortung unserer Fahrgäste“, erklärte Pehlke.

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