Nur keinen Schaden

Den "Langen Oskar" in Hagen, den "Goliath" in Marl - Martin Hopfe hat mit seiner Thüringer Sprenggesellschaft schon manchen Riesen flachgelegt. Doch vor dem Volkswohl Bund-Gebäude hat er besonderen Respekt.

06.02.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Eng umbaut ist das Volkswohl Bund-Haus. Das Eckgebäude an der Hohen Straße wird später abgerissen. Menne</p>

<p>Eng umbaut ist das Volkswohl Bund-Haus. Das Eckgebäude an der Hohen Straße wird später abgerissen. Menne</p>

"Hier ist es extrem eng", stellt der Geschäftsführer des Sprengunternehmens aus Thüringen mit Blick auf die dichte Bebauung rund um das Volkswohl-Bund-Hochhaus fest. Bis zur Fahrbahn des Südwalls sind es nur zehn Meter, bis zum nächstgelegenen Wohnhaus an der Chemnitzer Straße 35 Meter, rechnet Hopfe vor. Sicherheit ist deshalb bei der Sprengung des 61 Meter hohen Riesen am übernächsten Sonntag höchstes Gebot. "Oberste Prioriät ist, dass niemand zu Schaden kommt", betont der Sprengexperte.

Im Umkreis von 215 Metern um das Sprengobjekt werden deshalb am Tag der Sprengung alle Gebäude geräumt. Rund 500 Anwohner müssen dafür evakuiert werden. Sie finden im nahegelegenen Stadtgymnasium Asyl - wie schon bei der Bombenentschärfung auf dem Baugelände vor wenigen Wochen.

Zwischen 8 und 10 Uhr wird evakuiert, erläutert Stephan Tocholski vom Bauteam des Volkswohl Bundes. Ab 10 Uhr kontrollieren Polizei und Technisches Hilfswerk, ob wirklich alle Wohnungen im Sperrbezirk, in dem auch Parkverbot für alle Autos gilt, verlassen sind. "Wir können nur an alle Anwohner appellieren, im Interesse ihrer eigenen Sicherheit nicht in ihren Wohnungen zu bleiben", erklärt Hopfe. Die unmittelbar angrenzenden Gebäude im Innenhof, in den der Riese fallen soll, werden auch durch vorgehängte Matten und Gerüste geschützt.

U-Bahn gesperrt

Um 12 Uhr soll dann der Sprengstoff, der auf mehreren Ebenen im Gebäude verteilt ist, gezündet werden. Spätestens um 14 Uhr können die Anwohner dann in ihre Wohnungen zurück.

Eine weitere Besonderheit: "Es ist wohl die erste Sprengung direkt über einem U-Bahn-Tunnel", stellt Hopfe fest. Nur 10 Meter unter dem Hochhaus verläuft der Stadtbahn-Tunnel in Richtung Hohe Straße. Die Konsequenz: Die Linien U 42 und U 46 können hier ab zwei Stunden vor der Sprengung nicht mehr fahren. Stattdessen werden Busse zwischen den nächstgelegenen Stationen eingesetzt. Bis der Riese in seinem vorbereiteten Bett aus Erde und Schutt im Innenhof am Südwall liegt. Oli

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