Oberbürgermeister-Wahl: CDU-Chef Kanitz sieht ein enges Rennen

hzForsa-Umfrage

Die Parteichefs in Dortmund ziehen ihre eigenen Schlüsse aus der Forsa-Umfrage zur politischen Stimmung in der Stadt. Gut drei Monate vor der Kommunalwahl setzen sie auf Potenzial und Vorsprung.

Dortmund

, 29.05.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch die Vorsitzenden und Sprecher der Parteien in Dortmund haben die Forsa-Umfrage zu den Wahl-Chancen der OB-Kandidaten und zur politischen Stimmung in der Stadt mit Interesse verfolgt. Die Ruhr Nachrichten hatten die repräsentative Umfrage im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September in Auftrag gegeben.

Wenn im Mai Kommunalwahl wäre, käme Thomas Westphal (SPD) auf 35 Prozent, Dr. Andreas Hollstein (CDU) auf 31 Prozent, Daniela Schneckenburger (Grüne) auf 20 Prozent, Utz Kowalewski (Die Linke), Ingolf Griese, der sich als parteilos bezeichnet, und Bernd Schreyner (Die Rechte) jeweils auf vier Prozent sowie Michael Kauch (FDP) auf zwei Prozent.

Eine weitere, für viele überraschende Erkenntnis der Wahlumfrage war, dass 60 Prozent der Befragten in Dortmund nicht wussten, dass in diesem Jahr das Stadtoberhaupt und der Rat neu gewählt werden.

SPD-Chefin Nadja Lüders: Vorsprung ausbauen

Allein das zeige, dass in Zeiten von Corona der Wahlkampf völlig in den Hintergrund getreten sei, sagte die Dortmunder SPD-Unterbezirksvorsitzende Nadja Lüders auf Anfrage. Die SPD würde bei den Ratswahlen nur auf 30 Prozent kommen, fast neun Prozent weniger als bei der vergangenen Kommunalwahl.

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„Wir haben verloren“, räumte Lüders im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 ein, „doch im Verhältnis zur Europawahl, wo man plötzlich schon einen grünen Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin gesehen hat, ist das ein ausbaufähiger Vorsprung. Daran arbeiten wir.“

CDU-Chef Kanitz sieht großes Potenzial

Die 31 Prozent für Dr. Andreas Hollstein sei eine „sehr, sehr gute Zahl“, stellte der Dortmunder CDU-Chef Steffen Kanitz fest. „Das zeigt, wie groß das Potenzial von Andreas Hollstein ist. Wir müssen ihn nun weiter bekannt machen.“ Nicht nur die OB-Wahl, sondern auch die Ratswahl verspreche „ein enges Rennen“ zu werden, so Kanitz, da die CDU bei der Ratswahl aktuell mit 28 Prozent nur zwei Prozent hinter der SPD liege.

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Für die Grünen erklärte Parteichefin Katja Bender, da viele nicht gewusst hätten, dass im September Kommunalwahlen seien, sei es ein Auftrag aller demokratischen Parteien in Dortmund, „Politik vor Ort mehr ins Tagesgeschehen zu rücken“. Das Politikgeschehen werde wegen der Corona-Krise aktuell stark über Berlin und Düsseldorf wahrgenommen, Regierungshandeln bekomme viel Aufmerksamkeit, „eine Oppositionspartei kann da wenig entgegensetzen.“

Ähnlich sieht es auch Christian Seyda, Kreissprecher der Partei Die Linke. Sieben Prozent für die Partei zeige, „dass wir eine Basis-Wählerschaft haben.“ Die Linke werde mit der sozialen Frage voran in den Wahlkampf ziehen. Gerade diejenigen, die ohnehin wenig hatten, würden durch Corona noch tiefer in eine Existenzkrise gezogen.

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