Odyssee mit Paketen: Annahme wiederholt verweigert – Postshops in Dortmund waren überfordert

hzAn Silvester

An Silvester ging die Post nicht ab – jedenfalls nicht im Dortmunder Süden. Mehrere Postfilialen nahmen am Vormittag keine Pakete mehr an. Das sagt der Postsprecher dazu.

Dortmund

, 03.01.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Carsten Welz wollte den freien Silvestervormittag nutzen und drei Pakete bei der Post abgeben. Zuerst fuhr er zum Postshop in Berghofen. Dort habe es geheißen, die Lagerkapazitäten seien erschöpft, erzählt er. Man habe gesagt: „Wir sind voll und können heute keine Pakete mehr annehmen. Bitte kommen Sie doch in zwei Tagen wieder.“

Also nahm Welz seine drei Pakete und zog weiter zum Postshop auf dem Höchsten. Dort habe er die gleiche Antwort erhalten, sagt er. Der Palettenwagen im Postshop sei bis zur Oberkante gefüllt gewesen. Mehr solle nicht angenommen werden, erfuhr er.

„Ein Ding der Unmöglichkeit“

„Das ist für den einzigen Universaldienstleister in diesem Bereich auf dem deutschen Markt ein Ding der Unmöglichkeit“, schimpft Carsten Welz. Und: „Augenscheinlich kam der Internethandel mit den dazugehörigen Paketen und Rücksendungen nach Weihnachten mal wieder ganz überraschend.“ Zusätzliche Abholungen in den Filialen oder gar erweiterte Lagerkapazitäten wie etwa ein zweiter Palettenwagen seien wohl nicht im Fokus der Verantwortlichen gewesen.

„Wir können uns dafür nur entschuldigen“, sagt Postsprecher Achim Gahr auf Anfrage. Gleich mehrere Dinge seien an Silvester zusammengekommen. Viele hätten offenbar den Silvestertag genutzt, um nach Weihnachten Retouren abzugeben, bei gleichzeitig eingeschränkten Öffnungszeiten. An Silvester werde gearbeitet wie samstags, also bis 12 Uhr beziehungsweise 13 Uhr. Zudem hatten auch Postmitarbeiter Urlaub.

Mehr Paketshops und Paketstationen

Achim Gahr geht bei der Nichtannahme der Pakete angesichts der geringen Zahl von Beschwerden von Einzelfällen aus. Auch vor Weihnachten habe man hier und da Kapazitätsgrenzen erreicht, obwohl auch bei der Transportplanung Sonderfahrten beantragt und gemacht wurden. Zudem sei die Post seit Monaten dabei, mehr Postshops in den Vororten aufzumachen und Packstationen aufzustellen, die man zur Abgabe der Pakete nutzen könne.

Auf die Idee war auch Carsten Welz gekommen. Nach der Abfuhr auf dem Höchsten schnappte er seine Pakete und fuhr zur Postfiliale nach Hörde. Es war inzwischen nach 12 Uhr und die Filiale geschlossen. Die Packstation befindet sich allerdings hinter einer Glastür im Vorraum der Filiale und ist nur während der Öffnungszeiten zugänglich. Als Welz dort ankam, standen noch weitere Postkunden ratlos mit ihren Paketen vor verschlossener Tür.

Doch Carsten Welz gab nicht auf. Er fuhr zur Packstation am Hauptbahnhof, wo er nach anderthalbstündiger Odyssee seine drei Pakete endlich los wurde. Sein Kommentar: „Hoffen wir mal, dass DHL in Zukunft auch ein Management erhalten wird, das diesen Namen verdient.“

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