H-Bahn von der Uni bis zum Hafen – eine Option für Dortmunds Nahverkehr?

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Der Kommunalwahlkampf beginnt. SPD-OB-Kandidat Thomas Westphal legt jetzt vor: Er schlägt eine massive Verlängerung der H-Bahn vor. H-Bahn-Betreiber DSW21 gibt eine Einschätzung dazu ab.

Dortmund

, 04.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1984 schwebt die H-Bahn auf dem Uni-Campus. 1993 und 2003 wurde die Strecke bis Eichlinghofen und zum Technologiepark verlängert. Ein weiterer Ausbau ist immer wieder Thema in der Politik.

Im Gespräch war vor allem eine Verlängerung der H-Bahn bis zur Stockumer Straße oder Wittekindstraße. Thomas Westphal, Kandidat der Dortmunder SPD für die Oberbürgermeister-Wahl im September, will weiter gehen: Er schlägt jetzt eine H-Bahn-Strecke von der Uni bis zum Hafen vor.

Zukunftsflächen im Blick

Im Blick hat Westphal, aktuell Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, damit zwei Zukunftsflächen. Die H-Bahn-Strecke, die über Dorstfeld nach Norden führen soll, binde sowohl die alte HSP-Fläche nördlich der Rheinischen Straße als auch die Speicherstraße an. Das HSP-Gelände soll zentraler Sitz der Fachhochschule werden, die Speicherstraße zum Digitalcampus entwickelt werden.

Diese Streckenverlängerungen schlägt Thomas Westphal für die H-Bahn vor.

Diese Streckenverlängerungen schlägt Thomas Westphal für die H-Bahn vor. © Team Westphal

„Zugleich können wir mit der H-Bahn ein Dortmunder Produkt präsentieren, das vom Fraunhofer-Institut an der Uni entwickelt wurde“, erklärt Westphal. „Wir zeigen damit: Dortmund ist Erfinder und Heimat moderner Verkehrstechnik.“

Gesamtplan zur Mobilität

Fürs HSP-Gelände wäre es nicht die erste im wahren Wortsinn hochfliegende Idee. Zuletzt wurde diskutiert, eine Seilbahn über das Areal fahren zu lassen, das eine große Rolle bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 spielen soll. Westphal gebe der H-Bahn den Vorzug. „Sie hat wirtschaftlich und technisch klare Vorteile“, ist er überzeugt.

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Die Verlängerung der H-Bahn soll Teil eines Gesamtplans „Dortmunder Mobilität“ werden, den der SPD-Mann im Jahr 2021 vorlegen und dann mit Bund und Land diskutieren will. Denn klar ist: „Ohne finanzielle Förderung geht es nicht“, erklärt Westphal.

Das sieht man auch bei DSW21 so. Das Verkehrsunternehmen betreibt die H-Bahn. Verkehrsvorstand Hubert Jung zeigt sich offen für die Idee einer Verlängerung - wenn der Bau technisch machbar und ein Bedarf nachgewiesen ist, der die Investitions- und Betriebskosten rechtfertigt.

Aktuell werden mehrere Optionen für eine Erschließung des HSP-Geländes geprüft, erklärt Hubert Jung. Dazu tausche man sich mit der Stadt aus. Geprüft wird unter anderem, die U43 / U44 entlang der Rheinischen Straße über das HSP-Gelände zu verschwenken.

Alternative zur Seibahn

Eine H-Bahn-Anbindung von der S-Bahn-Station Dorstfeld über das HSP-Gelände bis zum Hafen sei als Alternative zur Seilbahn-Idee auch schon Bestandteil der Machbarkeitsstudie, die derzeit erarbeitet wird.

Man sei dabei offen für Gespräche über einen Ausbau, erklärt Jung selbstbewusst: „Die Kompetenz bei Bau und Betrieb einer H-Bahn weisen wir seit mehr als 35 Jahren im täglichen Betrieb nach.“

Nach dem Willen von SPD-OB-Kandidat Thomas Westphal soll die H-Bahn-Strecke noch einige Abzweige mehr bekommen.

Nach dem Willen von SPD-OB-Kandidat Thomas Westphal soll die H-Bahn-Strecke noch einige Abzweige mehr bekommen. © Dieter Menne (A)

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