Ohne ältere Arbeitnehmer geht's nicht

29.11.2007 / Lesedauer: 3 min

Die Akzeptanz gegenüber Älteren in den Unternehmen wendet sich offenbar zum Positiveren. Das ist nach Ansicht von Stefan Kulozik, Chef der Dortmunder Arbeitsagentur aber auch dringend erforderlich.

"Die Firmen sollten erkennen, dass sie ohne die Arbeitskraft älterer Mitarbeiter - insbesondere von Fachkräften - nicht auskommen. Explizit nachgefragt werden Ältere zwar immer noch eher selten, aber die Akzeptanz bei den Arbeitgebern scheint sich positiv zu entwickeln. Ältere sind ja auch nicht weniger, sondern anders leistungsfähig", betont Kulozik. So könnten Betriebe von der Erfahrung, Souveränität und Gelassenheit sowie der hohen Motivation der Älteren profitieren.

Gut beraten seien Unternehmen, sich frühzeitig auf den demografischen Wandel einzustellen, der sich aus der immer höheren Lebenserwartung und der sinkenden Geburtenrate ergebe. Forscher gehen davon aus, dass das Ruhrgebiet bereits 2015 den veränderten Altersaufbau aufweist, der sich bundesweit erst 2022 abbildet. Schon jetzt "altert" das Beschäftigungssystem: Im langjährigen Vergleich steigen die Beschäftigungszahlen der Älteren. So waren zum Stichtag 31. März 2007 im Agenturbezirk 51 092 Menschen über 50 Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 16,5 % oder 7227 mehr als Ende März 2000. Der Anteil der Über-50-Jährigen an den gesamten sozialversicherungspflichtigen Belegschaften nahm von 18,7% im Jahr 2000 auf 22,7 % in diesem Jahr zu. "Berücksichtigen muss man allerdings, dass Ältere auch in der passiven Phase der Altersteilzeit als Beschäftigte geführt werden", unterstreicht Kulozik. Ihre Zahl sei nicht exakt feststellbar, da die Beschäftigtenstatistik alle Altersteilzeitler ausweist.

Im März 2007 gab es im Dortmunder Agenturbezirk 2541 Personen in Altersteilzeit, von denen ein - leider nicht zu quantifizierender Teil - auf die passiven Altersteilzeitler entfällt. Dieser Teil würde die Zunahme der beschäftigten Älteren etwas schmälern. "Die positive Tendenz bleibt jedoch deutlich erkennbar", so Kulozik.

Weiterbildung

Für die Betriebe bedeute diese Entwicklung, dass sie sich - über das derzeitige Maß hinaus - auf alternde Belegschaften einstellen müssen. Stefan Kulozik: "Es wird zunehmend wichtiger, frühzeitig in die Weiterbildung älterer Mitarbeiter zu investieren. Mit dem Programm WeGebAU können wir Betriebe ganz gezielt unterstützen, ihre älteren Mitarbeiter zu qualifizieren und für zukünftige Aufgaben fit zu machen." kiwi

Infos über das Programm WeGebAU gibt es beim Arbeitgeberservice unter Tel. 0 18 01- 66 44 66.

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