Open-Air-Kino im Westfalenpark gestartet - drückt Corona auf die Stimmung?

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Das PSD-Bank-Kino im Westfalenpark ist in die neue Saison gestartet. Das Wetter könnte nicht besser sein - und doch ist wegen Corona vieles anders. Wie ist die Stimmung vor Ort? Ein Besuch.

von Beat Linde

Dortmund, Westfalenpark

, 01.08.2020, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist der bisher heißeste Tag des Jahres, die Freibäder kommen an die ihnen neu auferlegten verminderten Kapazitätsgrenzen und die Polizei warnt wegen nachlassender Corona-Disziplin in der Bevölkerung vor so manchem Treffen auf öffentlichen Plätzen. Eine besondere Gemengelage für einen Besuch beim gerade gestarteten PSD-Bank-Kino im Westfalenpark.

Die meisten Zuschauer an diesem mediterranen Freitagabend kommen lange vor dem Einlass und sogar mehrere Stunden vor Beginn des Films. Viele sitzen mit Bier, Pommes oder Salat im Grünen, Masken sieht man nur in den Schlangen, an dem Imbisswagen oder vor dem Kino. Es scheint, als versuche jeder die Möglichkeiten, den corona-bedingten Einschränkungen des Alltagslebens für eine Weile zu entkommen, auch zu nutzen.

Corona-Vorschriften sind da, drängen sich dem Publikum nicht auf

Und trotzdem, das Virus und die Hygiene- und Distanzvorschriften, die diese mit sich bringen, sind allgegenwärtig, auch wenn sie sich dem Besucher nicht aufdrängen.

Imke Moll, Mitorganisatorin der Veranstaltung, zählt die Unterschiede zu der Vorsaison auf: „Wir haben jetzt ein Einbahnstraßensystem und keine freie Platzwahl. Die Gäste können nicht mehr kommen, sich einen Platz aussuchen und danach noch in den Park gehen, oder sich bei der Gasthof-Fläche immer neue Getränke und Snacks holen. Alle müssen sich an unsere Hygienestandards halten.“

Vor und nach den Vorstellungen werden die Sitzkissen und Bänke desinfiziert, bei Betreten des Kinos muss sich jeder Gast die Hände desinfizieren und zwischen den Gruppen, die gemeinsam kommen, wird auf ausreichend Abstand geachtet.

All das sind Regeländerungen, die vor Beginn der Vorstellung nochmals von der Bühne aus durchgesagt werden - es soll ja später keiner sagen können, es nicht gewusst zu haben.

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PSD Bank Kino eröffnet Open-Air Saison

Gute Stimmung, trotz Covid-19 Einschränkungen, bei der Eröffnung der Open-Air Saison im Westfalenpark. Das PDS Bank Kino zeigte bei seiner zweiten Vorstellung Lindberg! mach dein Ding
01.08.2020
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Trotz der Corona-Pandemie heißt das PSD Bank Kino seine Besucher in dieser Saison wieder willkommen© Ruhr Nachrichten
Im Ninja-Corona-Look: Auch die Mitarbeiter der Gastronomie müssen auf die Hygiene-Standarts achten.© Ruhr Nachrichten
Hinweisschilder erinnern an die Corona-Hygiene Regeln© Ruhr Nachrichten
Platzeinweisung - Dieses Jahr gibt es keine freie Platzwahl, um für den Fall der Fälle eine mögliche Rückverfolgung gewährleisten zu können© Ruhr Nachrichten
Jeder Besucher muss vor betreten der Kinofläche seine Hände gründlich desinfizieren© Ruhr Nachrichten
In der Schlange vor dem Einlass, achten alle Besucher einsichtig auf den Abstand.© Ruhr Nachrichten
Im Rücken der Zuschauer erhebt sich der Florianturm.© Ruhr Nachrichten
Während der Vorstellung müssen die Besucher keine Maske tragen, allerdings weiterhin auf den Abstand achten.© Ruhr Nachrichten
Vor Beginn der Vorstellung wird noch einmal auf die neuen Regeln Hingewiesen© Ruhr Nachrichten
Am zweiten Tag zeigt das PSD Bank Kino die biographische Verfilmung von Udo Lindenberg.© Ruhr Nachrichten
Kino in Zeiten von Abstandsregelungen. Einige Plätze bleiben zwischen den Zuschauern frei.© Ruhr Nachrichten
Blick auf die Zuschauerränge der Seebühne.© Ruhr Nachrichten

Organisatorin Imke Moll zieht eine positive Bilanz des Kino-Starts: „Alle Gäste waren super einsichtig, wahrscheinlich weil sich alle mittlerweile an die meisten Vorschriften gewöhnt haben.“

Tatsächlich tauchen nirgendwo renitente Gestalten auf, vielmehr liegt eine kollektive Höflichkeit und gute Laune in der Luft und man kann schließlich auch bei 1,5 Meter Abstand noch miteinander ins Gespräch kommen.

So kann auch das Ordnungsteam an diesem Abend von einem „easy Job“ sprechen und bei Vorstellungsbeginn wachsam dem Film folgen. Genau wie das Publikum ohne Maske vom eigenen Platz aus.

Mehr als die Hälfte der Plätze bleibt leer

An diesem heißen Freitagabend zeigt das PSD-Bank-Kino den Film „Lindenberg! Mach dein Ding“, ein Film für wahre Udo-Liebhaber: Udo als kleines trommelndes Kind, Udo als cooler heranwachsender Newcomer, Udo bei seinem Durchbruch. Alles musikalisch begleitet von Lindenberg-Songs.

Vielleicht ein bisschen zu viel Udo für den ein oder anderen, denn so manche Reihe bleibt leer.Von den wegen Corona ohnehin schon ausgedünnten Rängen sind nur 350 von 800 möglichen Sitzplätzen besetzt.

Verwunderlich auch für die Besucher Susanne und Volker Tiemann, die sich erinnern, dass sie die Jahre zuvor „ungeachtet des Wetters“ mindestens zwei Wochen im Voraus bestellen mussten, um überhaupt Karten zu kriegen.

Der Veranstalter, die Dortmunder Agentur Neovaude, möchte sich zu den Besucherzahlen nicht äußern, doch schon jetzt fällt auf, dass es auf der Internetseite des PSD-Bank-Kinos noch für alle verbleibenden Filme Tickets gibt (Stand: 1.8., 14 Uhr).

Zum Vergleich: Beim ebenfalls von Neovaude organisierten Auto-Kino auf Phoenix-West im Frühjahr waren in der Anfangszeit alle Vorstellungen ausverkauft.

Die Tiemanns ficht das dieses Jahr möglicherweise etwas geringere Interesse der Dortmunder an ihrem Open-Air-Kino nicht an: „Wir sind froh, dass das Kino überhaupt offen hat und würden uns sehr freuen, auch im nächsten Jahr kommen zu können.“

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