Thees Uhlmann spielte am Freitagabend (18. Juni) im Westfalenpark. Unser Reporter erlebte das Konzert zusammen mit seiner Frau und hunderten Besuchern. © Schaper
Juicy Beats Park Sessions

Open-Air-Konzert im Westfalenpark: Endlich wieder tanzen – aber mit Regeln

Dank der Lockerungen sind auch Open-Air-Konzerte wieder möglich. Zum Glück, denkt unser Autor. Er durfte das Konzert von Thees Uhlmann im Westfalenpark besuchen. Ein Erlebnisbericht.

Die zwei Herren neben uns stehen auf und tanzen. Sie wippen mit dem Beat. Sie sind ausgelassen, fröhlich! Aber eine Sache fehlt. Nach wenigen Sekunden kommt ein Mann von der Security und weist sie drauf hin, dass sie am Platz zwar tanzen dürfen, aber bitte mit Maske. Die beiden Mittvierziger nehmen das mit ein wenig Grummeln hin. Vielleicht denken sie: „Muss der Mann seinen Job so gründlich machen?“ Aber er setzt auch nur seine Vorgaben um.

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Thees Uhlmann live am 18. Juni im Westfalenpark

Wir sind auf dem Konzert von Thees Uhlmann am Freitagabend (18. Juni) im Westfalenpark. Es ist eine der ersten Open-Air-Veranstaltungen in Dortmund, die wieder möglich sind. Meine Frau und ich sind mitten drin unter den rund 500 Besuchern. So viele Menschen auf einem Haufen habe ich lange nicht erlebt. Aber es ist schön! Es tut gut, so viele zu sehen, die Spaß und einfach einen schönen Abend haben.

1,5 Meter Abstand zwischen den Stuhl-Pärchen

Von unseren Plätzen sieht man gut, wie zwei Männer vor der Bühne die ganze Zeit mitsingen und tanzen – ganz corona-konform. Mit Maske. Im Laufe des Konzerte heizen sie die anderen Besucher immer mehr an. Viele lassen sich inspirieren, stehen auf und tanzen mit. Auch meine Frau und mich hält es irgendwann nicht mehr auf unseren Plätzen. Endlich wieder tanzen! Es hat etwas Befreiendes.

Während des Abends hat jeder Besucher seinen festen Sitzplatz. Die Klappstühle sind immer in Zweier-Pärchen aufgestellt – mit 1,5 Meter Abstand zum nächsten Paar. Während der Tanzeinlagen bleiben viele auf ihren zugewiesenen Positionen. Doch je länger das fast zweistündige Konzert dauert, desto weniger hält es einige dort. Ein gutes Dutzend strömt zur Bühne und feiert dort – aber auch mit Abstand, zumindest ein bisschen zur Nebenfrau oder -Mann.

Ohne Maske am Platz

Neben dem Tanzen gilt die Maskenpflicht auch während der Gänge zur Toilette oder fürs nächste Kaltgetränk. Am Platz selbst – wenn man sitzt – darf man die Maske abnehmen. Eine gute Regelung. So kann man stimmungsvoller mitsingen und es ist nicht so warm bei den immer noch hohen Außentemperaturen.

Auch im Vorhinein ist das Event gut organisiert. Die Karten hatten wir schon Wochen vorher gekauft. Wenige Tage vor dem Konzert kamen nochmal einige Hinweise: Abstand halten, Maskenpflicht, negativer Schnelltest für Menschen, die nicht genesen oder geimpft sind.

Am Abend selbst braucht es zum Zugang in den Westfalenpark zunächst nur das Ticket. Später wird noch der Personalausweis, der negative Test und abermals die Karte kontrolliert. Alles unkompliziert. Zwar staut es sich etwas, aber länger als zehn Minuten wartet man nicht, ehe man auf das Gelände mit der Bühne gelangt.

Thees Uhlmann steckt an mit seiner Euphorie

Und wie ist es für den Künstler? Man merkt Thees Uhlmann an, dass ihm das Event, das Spielen von und für Zuschauern gefehlt hat. Seine Freude ist riesig und das überträgt sich auch auf die Besucher. Am Anfang ist noch alles etwas schleppend, behäbig. Viele wippen mit dem Fuß mit. Ich komme mir eher vor wie im Theater oder im Kino, wo man seinen festen Platz hat und nicht auf die Idee kommt, einfach aufzustehen und loszutanzen.

Aber mit seinen lockeren Sprüchen und seiner coolen Art nimmt der Indie-Musiker die Fans immer mehr mit. Er steckt sie an mit seiner Euphorie. Immer mehr Leute singen mit, es wird mehr geklatscht und bei den letzten Liedern tanzen viele. Vermutlich brauchte es einfach einen Moment, dass sich alle an die ungewohnte Situation von einem Open-Air-Konzert mit festen Sitzplätzen in Corona-Zeiten gewöhnt hatten.

Meine Frau und ich fahren mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. Wir haben den Abend sehr genossen. Endlich wieder mal raus und Musik live erleben. Toll!

Über den Autor
Volontär
Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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