Opfer verlor einen Liter Blut

15.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es müssen die schlimmsten Momente ihres Lebens gewesen sein: Im September stieg eine junge Prostituierte am Straßenstrich ins Auto eines Freiers. Der Mann soll sie wenig später so brutal vergewaltigt haben, dass sie eine lange Risswunde erlitt und mehr als einen Liter Blut verlor. Gestern begann am Landgericht der Prozess.

Der Mann auf der Anklagebank ist 42 Jahre alt und arbeitet als Fernfahrer. An jenem 14. September vergangenen Jahres war er gerade auf dem Heimweg in den Feierabend, als er noch kurz an der Ravensberger Straße Station machte. "Ich hatte eine harte Woche hinter mir", sagte der Mann den Richtern.

Was dann tatsächlich im Auto des Mannes geschah, muss nun die Verhandlung klären. Während die Prostituierte gestern im Zeugenstand von "unerträglichen Schmerzen" und heftiger Gegenwehr sprach, will der 42-Jährige von dem Drama gar nichts mitbekommen haben: "Als ich sie aussteigen ließ, dachte ich, es wäre alles in Ordnung."

Tatsächlich stand die 25-Jährige jedoch in diesem Moment an der Schwelle des Todes. Sie hatte bereits viel Blut verloren und taumelte, weil ihr Kreislauf schlapp machte. Als sie nach einer kurzen Ohnmacht wieder zu sich kam, war der Angeklagte weg. Sie rief ihren Mann an, der sie sofort ins Krankenhaus brachte. Was folgte, waren eine Notoperation, bei der ihr mehrere Blutkonserven gegeben wurden, sowie ein mehrtägiger Aufenthalt auf der Intensivstation. "Seitdem hat sich alles verändert", sagte die Frau unter Tränen. "Ich habe Angst, ich traue mich gar nicht mehr allein auf die Straße."

Als die Polizei den 42-Jährigen rund zwei Wochen nach dem Übergriff festnahm, war der Beifahrersitz seines Autos noch immer vom Blut der jungen Frau durchtränkt. "Das habe ich gar nicht gesehen", behauptete der Fernfahrer vor Gericht - eine Aussage, die die Richter fast auf die Palme brachte: "Hören sie auf! Das können sie uns nicht erzählen!"

Sollten sich die Vorwürfe am Ende der Verhandlung bestätigen, droht dem vielfach vorbestraften Mann eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren. von

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