Ärger um Muezzin-Ruf: Anwohner und Moscheegemeinde vertragen sich

hzOsman-Gazi-Moschee

Der Muezzin-Ruf der Osman-Gazi-Moschee hat mit seiner Lautstärke für Unruhe und Ärger gesorgt. Veränderte Kommunikationswege mit den Anwohnern sollen in Zukunft Konflikte vermeiden.

Huckarde

, 05.06.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Corona-Krise müssen die Gemeinden aller Religionen ihre Arbeit und ihre Angebote umstellen. Die Ditib-Gemeinde in Huckarde blieb beispielsweise über Facebook und WhatsApp mit ihren Mitgliedern in Verbindung und bot Livestreams ihrer Gebete an.

Zudem gab es bis Anfang Mai eine Absprache mit der Bezirksvertretung Huckarde und der Urbanusgemeinde, dass jeden Abend um 19.30 Uhr analog zum Glockengeläut ein Muezzin-Ruf von der Osman-Gazi-Moschee aus erklingen darf. Eine Anwohner-Information wurde vorweg verschickt, da sich die Moschee in einem Wohngebiet befindet.

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„Wir wollen zeigen, dass unser Gemeindeleben weitergeht. Wir möchten unsere Solidarität zeigen. Wir beten gegen das Coronavirus und für die ganze Menschheit“, erklärte der Vorsitzende der Gemeinde, Emre Gülec, Ende März. Doch der Muezzin-Ruf, den einige Anwohner befürworteten oder dem zumindest neutral gegenüberstanden, sorgte für Ärger bei anderen Anwohnern.

Lautstärke war ein Problem

„Wegen des Ramadans war der Muezzin-Ruf zeitweise auf die Zeit des Sonnenuntergangs gerutscht, zum Zuckerfest gab es einen zum Sonnenaufgang“, erzählt CDU-Ratsmitglied Uwe Wallrabe. „Die Lautstärke des Rufes um diese Uhrzeiten hat einige Anwohner massiv gestört.“

Als dann noch Baufahrzeuge im Bereich der Moschee auftauchten, seien Anwohner mit ihrer Sorge, dass die Gemeinde ein Minarett, also einen erhöhten Platz für den Gebetsrufer, plane, an die Huckarder CDU herangetreten.

„Wir wollten Ruhe in die Sache bringen, damit es hier wieder ein gutes Miteinander und kein rechtes Umdenken im Wahlverhalten gibt“, sagt Uwe Wallrabe. Deshalb habe es ein Gespräch mit Emre Gülec gegeben, das die Sorgen der Anwohner hinsichtlich des Bauvorhabens ausräumen konnte.

„Wir haben außerdem besprochen, dass sich Anwohner bei aktuellen Feststellungen direkt mit Herrn Gülec in Verbindung setzen können, um die Störungen gemeinsam zu thematisieren und eine Lösung herbeizuführen“, erklärt Uwe Wallrabe. Denn nur gemeinsam könne ein harmonisches Miteinander geschaffen werden.

Freitagsgebet als erster Erfolg

Zudem sagte die Moscheegemeinde zu, Veranstaltungen, die die Anwohner betreffen könnten, weiterhin im Vorfeld anzukündigen. Erfolgreich funktioniert habe diese Praxis bereits beim Freitagsgebet (29.5.), das derzeit unter freiem Himmel stattfindet.

Die Gemeinde habe die Anwohner schon vorab um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen durch den Gebetsruf per Außenlautsprecher gebeten, so Uwe Wallrabe.

„Mit der entsprechenden Akzeptanz und gegenseitigem Respekt kann man viele Probleme ansprechen und Lösungen herbeiführen“, sagt Uwe Wallrabe. Die Huckarder CDU werde die neue Vorgehensweise begleiten und im Zweifelsfall vermitteln.

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