Paket-Laster blockieren Straßen – neues Konzept soll damit Schluss machen

hzPaketzusteller

Paketdienste, die Wagen auf der Straße abstellen oder Fahrradwege versperren: Damit soll in Dortmund Schluss sein, zumindest an bestimmten Orten. Die Stadt setzt auf ein neues Liefermodell.

Dortmund

, 16.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kampf gegen Paket-Laster, die Fahrspuren oder Radwege blockieren, will die Stadt Dortmund jetzt neue Wege gehen:

Die Verwaltung will auf der Nebenfahrbahn am Ostwall in Höhe des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums ein sogenanntes Mikrodepot bauen lassen, das die Funktion eines kleinen Verteilzentrums übernimmt.

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Kernpunkt: Dieses Depot soll künftig von den Kurier-, Express- und Paketdiensten angefahren werden, die ihre Lieferungen für die Anwohner der Innenstadt dort für kurze Zeit zwischenlagern. Von dort werden sie dann an die Haushalte und Gewerbetreibende ausgeliefert.

Die Parkplatzfläche am Ostwall soll ein Umschlagplatz für Paketdienste in der Innenstadt werden.

Die Parkplatzfläche am Ostwall soll ein Umschlagplatz für Paketdienste in der Innenstadt werden. © Schaper

Umweltfreundliche Fahrzeuge

Allerdings nicht mit diesel-betriebenen Transportern: Die eigentliche Zustellung auf der sogenannten letzten Meile sollen umweltfreundliche Fahrzeuge ohne Diesel-Motor übernehmen - beispielsweise elektrisch betriebene Lastenräder.

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Der Sinn der Maßnahme: Die Verwaltung will die Innenstadt soweit wie möglich emmissionsfrei machen – und quasi als Nebeneffekt das Dauerärgernis über parkende Lieferwagen auf Straßen entschärfen.

Gut 500 Quadratmeter soll das geplante Minidepot umfassen.

Gut 500 Quadratmeter soll das geplante Minidepot umfassen. © Stadt Dortmund

Die Kosten für den Bau des Minidepots beziffert die Stadt mit 120.000 Euro, von denen Land und EU 96.000 Euro übernehmen. Dabei soll das Mini-Verteilzentrum vorbehaltlich der Entscheidung des Rates zunächst als Testlauf für 15 Monate dienen. Die Stadt will prüfen, ob das Konzept aufgeht. Endes des Jahres soll es gebaut und Anfang 2021 in Betrieb genommen werden.

Stadt rechnet mit acht Lkw am Tag

Gleichzeitig will die Verwaltung schon nach einer Immobilie suchen, die künftig dauerhaft als Zwischendepot für die Zustelldienste in den Innenstadt-Bezirken dient.

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Warenanlieferungen für die Geschäfte in der City fallen nicht in das Konzept – die Mengen, mit denen Lkw beispielsweise große Häuser wie Karstadt versorgen, wären mit Lastenrädern und Co. nicht zu stemmen.

Für das nun geplante Minidepot wird eine rund 540 Quadratmeter große Fläche benötigt. 63 Meter lang und 8,50 Meter breit, sollen darin sechs bis acht Seecontainer zur Zwischenlagerung der Pakete aufgestellt werden. Wie oft die Station von Transportern angefahren wird? Genaue Zahlen gibt es nicht, die Verwaltung rechnet mit vier Lkw morgens und vier weiteren am Nachmittag. Gleichzeitig kämen sechs bis zehn Lastenräder zum Einsatz.

Die Zu- und Ausfahrten der Ostwallparkplätze bleiben Autofahrern erhalten.

Die Zu- und Ausfahrten der Ostwallparkplätze bleiben Autofahrern erhalten. © Stadt Dortmund

Der eingeschossige Gebäudekomplex wird durch einen Zaun geschützt, die Einfahrt ist nur für Lieferwagen möglich. Für den Verkehrsfluss ändert sich nichts: Autofahrer, die am Ostwall parken wollen, können die bestehende Einfahrt nutzen und rechts am Depot vorbeifahren. Klar ist auch: Das Mikrodepot nimmt Raum ein – 40 bis 50 Stellplätze fallen dort vorläufig weg. Kein Problem, sagt die Verwaltung: Die Auslastung der Parkplätze am Ostwall sei in aller Regel gering.

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