Pandemie-Effekt: Ehrenamtliche ziehen sich wegen Corona zurück

Ehrenamt

Die Corona-Pandemie schwächt auch das ehrenamtliche Engagement in Dortmund – zumindest vorübergehend. Dennoch gibt es eine Auszeichnung für Freiwillige, die nach wie vor sehr begehrt ist.

Dortmund

, 01.02.2021, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Ehrennadel für Dortmunder Ehrenamtler wurde erstmals im September 2019 vergeben.

Die Ehrennadel für Dortmunder Ehrenamtler wurde erstmals im September 2019 vergeben. © Kolle

Die Corona-Pandemie hat in Dortmund zum Teil auch ehrenamtliches Engagement ausgebremst. So war die Ausgabe der Ehrenamtskarte im zweiten Jahr rückläufig gegenüber der Premiere 2019. Damals wurden 300 Ehrenamtskarten von Organisationen für ihre Helfer beantragt, in 2020 dagegen nur 71.

„Das ist der Pandemie-Effekt“, stellte Oberbürgermeister Thomas Westphal fest. Viele Ehrenamtliche haben ihr Ehrenamt ruhen lassen und sich vorübergehend zurückgezogen.

Doch nach wie vor werde das Dortmunder Modell zur Förderung der Anerkennungskultur gut von Vereinen und Organisationen angenommen, so Westphal; denn zu den Bausteinen des Modells gehört nicht nur die Ehrenamtskarte, die vergünstigten Eintritt in viele öffentliche und private Einrichtungen und zu Veranstaltungen unterschiedlicher Art ermöglicht.

Weitere Bausteine sind die Ehrenamtsnadel, Engagementsnachweise und Fördermittel zur Stärkung der Anerkennungskultur.

Jährlicher Fonds für 50.000 Euro

Dafür hat die Stadt erneut einen jährlichen Fonds von 50.000 Euro aufgelegt. Der werde an unterschiedliche Organisationen verteilt und genutzt, um nicht den Draht zu den Freiwilligen zu verlieren, sagte Westphal. Es wurden Postkarten versandt, kleine Weihnachtsgeschenke zur Verfügung gestellt und digitale Kontakte unterhalten.

Viele Organisationen nutzen die Fördermittel auch, um organisationsinterne Qualifizierungsangebote für die Ehrenamtlichen zu finanzieren. Die Gesamtförderung ist im vergangenen Jahr weit über 6000 Ehrenamtlichen zugutegekommen.

Sogenannte Engagementnachweise wurden von drei Organisationen beantragt und vielfach an junge Ehrenamtler vergeben. Der Nachweis ist für junge Menschen eine Möglichkeit, ihr Engagement im Bewerbungsverfahren zu dokumentieren.

Ehrenamtsnadel 422 Mal verliehen

Besonderen Anklang fand auch im letzten Jahr wieder die Ehrenamtsnadel. Menschen, die sich besonders zuverlässig, langjährig und kreativ engagieren, können mit dieser Nadel ausgezeichnet werden.

Sie wurde im vergangenen Jahr 422 Mal von den Organisationen bei der Freiwilligenagentur der Stadt beantragt und feierlich an die Ehrenamtlichen übergeben. Die Nadel wird von den Ehrenamtlichen als besondere Wertschätzung wahrgenommen und soll sie motivieren, weiterzumachen.

Auch bei den Beteiligungsgremien des Rates, wie dem Behindertenpolitischen Netzwerk und dem Runden Tisch Dorstfeld hat sich der OB bei den Mitgliedern mit dieser Auszeichnung bedankt. Westphal: „Wir hoffen, dass wir im Herbst eine gemeinsame Veranstaltung durchführen können, zu der die Ehrenamtlichen eingeladen werden.“

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