Park-Chaos bei BVB-Spielen: Video zeigt Stau-Desaster bei laufenden Motoren

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Die Winterpause ist vorbei, am Freitag (24.1.) spielt der BVB gegen Köln. Die Bürger Schönaus werden wieder unter rücksichtslosen Parkern leiden. Nun haben sie eine konkrete Forderung.

Schönau

, 23.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf Wochen lang hatten die Bewohner Schönaus Ruhe. Kein Heimspiel des BVB bedeutet für sie: keine Autofahrer, die rücksichtslos ihre Wagen in den engen Wohnstraßen abstellen. Kein Ärger über Lärm, Gestank und Müll.

Am 3. Dezember beschloss die Bezirksvertretung (BV) einen Brandbrief an die Stadtspitze. Darauf berufen sich die Anwohner nun in einer konkreten Forderung.

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146 Schönauer fordern in einem Antrag an den Bürgerdienste-Ausschuss, dass Schönaustraße, Uferstraße, Baroper Bergstraße sowie die Straßen Diekmüllerbaum, Am Talenberg, Am Kucksberg und An der Palmweide bei BVB-Heimspielen zu einer Anwohner-Schutz-Zone erklärt und für Stadionbesucher gesperrt werden.

Sperrung der Anwohner-Schutzzone drei Stunden vor Spielbeginn

Andere Städte machen es vor, wie sie ihre Bürger im Stadionumfeld vor rücksichtloser Parkerei schützen: in München bei Abendspielen und Leipzig bei 30 Veranstaltungen im Jahr etwa. Rund um das Kölner RheinEnergie-Stadion, das Bremer Weserstadion und den Aachener Tivoli gibt es bei jedem Heimspiel ausgewiesene Schutzzonen.

Park-Chaos bei BVB-Spielen: Video zeigt Stau-Desaster bei laufenden Motoren

Bei Flutlichtspielen - wie hier nach dem Pokalspiel gegen Mönchengladbach - stehen die Autos manchmal bis um 1 Uhr nachts in der Siedlung. © privat

Die Sperrung beginnt in den anderen Städten etwa drei Stunden vor Spielbeginn. Das beantragen die Schönauer auch für Dortmund. In den meisten Städten wird die Sperrung kurz nach dem Anpfiff aufgehoben – weil die Stadionbesucher dann bereits einen Parkplatz gefunden haben. Oder ohnehin lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

Die Schutzzone klingt alternativlos. Die Anwohner schreiben: Trotz des Engagements des Ordnungsamts und vieler Ortstermine „erleben wir bei jedem BVB-Heimspiel, dass Bußgeldbescheide und Abschleppdienste nicht reichen, um das Wohngebiet Schönau zu schützen“.

200 Autos parken unter der Schnettkerbrücke

Schon 2016 hatten die Schönauer sich an den Ausschuss für Bürgerdienste und öffentliche Ordnung gewandt und schon damals die Situation in ihrem Vorort beklagt.

Park-Chaos bei BVB-Spielen: Video zeigt Stau-Desaster bei laufenden Motoren

Der Screenshot vom 30. Oktober 2019: Nach Spielschluss staut sich der Verkehr auf Wittekindstraße, Krückenweg und Emil-Figge-Straße. Dadurch kann der Verkehr aus Schönau nicht abfließen. © Google / Screenshot privat

Die Wohnstraßen im Viertel haben nur zwei Zufahrten und eine gemeinsame Ausfahrt für alle Fahrzeuge. Dadurch kommt es bis zu zwei Stunden nach Spielende zu Staus: mit Motorenlärm, lauter Musik und Abgasen.

„Bei Abendspielen dauert die Belastung mitunter bis 1 Uhr nachts“, schreiben die Schönauer.

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„Nie war der Stau so lang wie nach dem Pokalspiel gegen Mönchengladbach“, berichtet Stefan Thiel. Weil sich auch auf Krückenweg, Wittekind- und Emil-Figge-Straße lange Staus bildeten, stand in Schönau alles still.

Verschärft habe sich die Situation, seitdem Stadionbesucher die Fläche unter der Schnettkerbrücke „im großen Stil“ als Parkplatz nutzen. In der Dezembersitzung der Bezirksvertretung berichteten die Schönauer von rund 200 Fahrzeugen, die dort Spieltag für Spieltag parken.

Bezirksbürgermeister Semmler schrieb an den Oberbürgermeister

Die BV beschloss zwei Maßnahmen: Bezirksbürgermeister Hans Semmler schrieb an Oberbürgermeister Ullrich Sierau sowie die Dezernenten Norbert Dahmen (Ordnung) und Arnulf Rybicki (Bau). Darin bat er um Lösungsvorschläge. Mit dem Schreiben einher ging eine Einladung an die Dezernenten, in der Bezirksvertretung Lösungsvorschläge vorzustellen.

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„Stadtrat Dahmen wird zur nächsten Sitzung am 4. Februar um 15 Uhr in die Bezirksvertretung kommen und dort Bericht erstatten“, erklärt Semmler auf Anfrage der Redaktion.

Zwei Heimspiele – dann tagt der Ausschuss

Eine Woche später tagt der Bürgerdienste-Ausschuss. Da – so wünschen es sich die 146 Antragsteller – soll das Thema auf der Tagesordnung stehen. Zwei Heimspiele stehen bis dahin auf dem Spielplan: Neben dem am Freitag (24.1.) gegen den 1. FC Köln noch das am Samstag (1.2.) gegen Union Berlin.

Am Freitag werde wie bisher abgesperrt, teilt Stadtsprecher Maximilian Löchter mit. „Das Ordnungsamt wird im Rahmen der personellen Möglichkeiten auch an diesem Spieltag in den betroffenen Gebieten rund um das Stadion aktiv sein.“

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