Parkchaos und Knöllchen: Rund um das Freibad Wellinghofen war alles dicht

hzFreibad Wellinghofen

Rund um das Wellinghofer Freibad waren die Straßen in den vergangenen Tagen dicht. Das sorgte für viele Strafzettel. Am kommenden Wochenende dürfte sich die Lage aber trotzdem entspannen.

Wellinghofen

, 28.06.2019, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn hohe Temperaturen und Pech aufeinandertreffen, ist das für Dortmunds Freibäder und die betroffenen Stadtteile keine gute Kombination. Denn zwei von sechs Freibädern in der Stadt waren in den vergangenen Tagen geschlossen. Das Froschloch in Hombruch wegen eines Pumpenschadens, das Stockheide im Hoeschpark wegen des Eichenprozessionsspinners. Als die Temperaturen an der 40-Grad-Marke kratzten, verteilten sich die Besucher also auf die übrigen vier Freibäder, die geöffnet hatten.

Das sorgte nicht nur in Deusen tagelang für Chaos, auch rund um das Freibad in Wellinghofen war alles dicht. Davon berichten Anwohner und Besucher unserer Redaktion. Sie sprechen von Beinahe-Unfällen, zugeparkten Rettungswegen und Knöllchen, die Polizei und Ordnungsamt verteilt haben.

Am Nachmittag ist alles zusammengebrochen

„Am Dienstag und Mittwoch brach am Nachmittag alles zusammen“, sagt Claudia Engelberts. Sie lebt seit fast 16 Jahren in der Admiralstraße in direkter Nähe zum Freibad Wellinghofen. „Die Anwohner konnten ihre eigenen Autos nicht abstellen, Rettungswege waren zugeparkt, es kam zu kniffligen Situationen“, sagt sie. „So etwas habe ich hier noch nicht erlebt.“

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An diesen Tagen war das Froschloch noch geschlossen, viele Besucher dürften sich das gut sechs Kilometer entfernte Freibad in Wellinghofen als Ausweichort zur Abkühlung ausgesucht haben. Doch seit Freitag (28. Juni) hat das Hombrucher Naturfreibad wieder geöffnet. Die Anwohner können nun darauf hoffen, dass die Besucherströme sich wieder regulieren, da auch das Freibad Stockheide seit Mittwoch wieder zugänglich ist. Doch wer weiß: Am kommenden Wochenende klettern die Temperaturen wieder in Richtung der 35 Grad.

Anwohner kritisiert das Ordnungsamt

Ein anderer Anwohner kritisiert im Gespräch mit dieser Redaktion das Verhalten des Ordnungsamtes, das am Mittwoch Strafzettel rund um das Bad in Wellinghofen verteilt haben soll. „Der Limburger Postweg war voll, aber man kam durch“, sagt er. „Ich habe den Handlungsbedarf nicht gesehen.“ Der Anwohner kritisiert vor allem das fehlende Fingerspitzengefühl des Ordnungsamtes im Hinblick auf den zu erwartenden Verkehr durch das geschlossene Froschloch. Eine entsprechende Anfrage an die Stadt Dortmund vom Freitagvormittag (28. Juni) hat die Pressestelle bis dato nicht beantwortet.

Parkchaos und Knöllchen: Rund um das Freibad Wellinghofen war alles dicht

Ab ins Grüne: einige Autofahrer versuchten noch nicht einmal, auf der Straße zu parken. © privat

Für Matthias Wittland wird der Besuch im Wellinghofer Freibad noch ein finanzielles Nachspiel haben. Er war am Sonntag (23. Juni) mit seiner Familie schwimmen. Als er nach gut zweieinhalb Stunden um 15.30 Uhr zu seinem Auto zurückkehrte, hatte er einen Zettel an der Windschutzscheibe hängen - ausgestellt von der Polizei.

Die Polizei rückte wegen einer anderen Sache aus

„Wir haben einen einjährigen Sohn, da nimmt man auch schon mal etwas mehr mit und kann nicht unbedingt mit dem Fahrrad kommen“, sagt er. Seinen Wagen stellte er in der Brücherhofstraße ab, einer Anliegerstraße. Während Wittland und seine Familie im Freibad waren, wurde gegen 14.30 Uhr die Polizei gerufen. „Uns wurde eine Verkehrsbehinderung gemeldet“, sagt Polizeisprecherin Dana Seketa auf Anfrage. Ein Transporter soll einen Rettungsweg und die Zufahrt zu einem Parkplatz blockiert haben.

Parkchaos und Knöllchen: Rund um das Freibad Wellinghofen war alles dicht

Das Freibad in Wellinghofen - ein Bild ohne Besucher. Das dürfte sich am kommenden Wochenende ändern. © Peter Bandermann

„Als die Kollegen vor Ort waren, haben sie das Parkchaos gesehen“, sagt Seketa. An rund 45 Autos klemmten sie Hinweiszettel unter die Scheibenwischer, versehen mit dem Hinweis auf ordnungswidriges Parken. Die Betroffenen werden nun in den kommenden Tagen Post erhalten. Sie können sich dann entweder zum Sachverhalt äußern oder direkt zahlen.

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Zwar könne die Polizei laut Seketa in solchen Fällen nach Ermessen handeln. „Aber da war nichts zu machen. Wenn wir gerufen werden und so viele Verkehrsbehinderungen feststellen, müssen wir handeln“, sagt Seketa. Matthias Wittland jedenfalls hat kein Verständnis. „Wenn Wege blockiert sind, kann ich es verstehen, aber wir haben niemanden behindert.“

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