Parken am Phoenix-See: Längere Ticketpflicht soll die Lage entspannen

hzNeues Parkraumkonzept

Der Phoenix-See bekommt ein neues Parkraumkonzept. Für Besucher mit Auto ändert sich eine Menge. „Parken in bester Lage am See kann nicht mehr kostenlos sein“, sagt der frühere OB Sierau.

Hörde

, 02.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Phoenix-See ist beliebt und gut besucht. Die Kehrseite der Medaille: zu viel Verkehr, zu wenige Parkplätze, zu viel Lärm und Müll, so wenig Ruhe. Unter anderem beim Bürgerdialog waren diese Kritikpunkte immer wieder Thema.

Jetzt liegt ein Konzept vor, das daran etwas ändern soll. Im Dezember dieses Jahres könnte es beschlossen werden.

Damit soll vor allem das Parken am See neu geregelt werden. Denn es habe sich gezeigt, dass „die geltenden Verkehrsregelungen speziell beim Parken noch zu viel Freiraum lassen und enger definiert werden müssen, um das friedliche Miteinander am Phoenix-See zu erreichen“, teilt die Stadt Dortmund mit.

Neue Regelung soll „mehr Ordnung und Gerechtigkeit“ bringen

Mithilfe von Gutachtern hat die Verwaltung den Parkraum neu konzipiert. „Entstanden ist ein Parkraumkonzept, das stimmig ist, mehr Ordnung und Gerechtigkeit für alle bringt“, sagt der frühere Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Die Seebesucher und -besucherinnen heißen wir weiterhin willkommen – das Parken in der besten Lage am See kann aber nicht mehr kostenlos sein.“

Der Phoenix-See ist beliebt und gut besucht. Das führt allerdings immer wieder zu Verkehrs- und Park-Ärger.

Der Phoenix-See ist beliebt und gut besucht. Das führt allerdings immer wieder zu Verkehrs- und Park-Ärger. © Thiel (A)

Die Verkehrserhebungen haben ergeben, dass auf den Straßen im direkten Umfeld des Sees zu den meisten Zeiten hoher bis sehr hoher Parkdruck herrscht. Beschäftigte, Besucher und Bewohner suchen einen Parkplatz und beanspruchen ihn sehr unterschiedlich lange. „So werden die Stellplätze in den Straßen sehr unterschiedlich effektiv genutzt.“

Vor allem an Wochenenden bei schönem Wetter entsteht verstärkt Parksuchverkehr auch in den Wohnstraßen nördlich und südlich des Sees. Die Stellplätze im Straßenraum sind dann fast vollständig ausgelastet, während es noch freie Kapazitäten in den Parkhäusern an der Phoenixseestraße und an der Faßstraße gibt.

Jetzt lesen

Die niedrigen Parkgebühren an den wenigen vorhandenen Parkscheinautomaten auf der Südseite des Sees in Höhe von 50 Cent pro Stunde, die lediglich von Montag bis Samstag von 7 bis 19 Uhr gezahlt werden müssen, verstärken das Problem in den Straßen. Die Kosten in den Parkhäusern liegen mit rund 1,50 Euro pro Stunde deutlich höher.

Parkscheinpflicht soll auch sonntags gelten

Dieses Ungleichgewicht soll das neue Konzept aufheben. Es sieht vor, dass zukünftig an den öffentlichen Stellplätze in den Straßen weitgehend Parkscheinpflicht besteht. Die erlaubte Parkdauer liegt wie bisher bei drei Stunden. Da viele Freizeitbesuche am See bis in den Abend dauern, werden die Zeiten für die Parkscheinpflicht ausgedehnt; montags bis sonntags von 7 bis 21 Uhr muss gezahlt werden. Wer länger parken möchte, soll auf Parkhäuser oder Tiefgaragen ausweichen.

Jetzt lesen

Die Parkplätze an der Meinbergstraße westlich der B236 und nördlich des Kaiserbergs sind aktuell nicht annähernd so ausgelastet, wie die Straßen im direkten Umfeld des Sees. Eine Parkscheiben-Pflicht sollen sie zukünftig im Vergleich zum Parken im kostenpflichtigen Straßenraum attraktiver machen.

Die Parkscheibe wird dort montags bis samstags von 7 bis 21 Uhr Pflicht; maximal drei Stunden lang kann so geparkt werden. Sonntags brauchen Besucher keine Parkscheibe.

Die wenigen Stellplätze in verkehrsberuhigten Bereichen, besser bekannt als Spielstraßen, erhalten keine Parkscheinpflicht. Dafür hätte die Spielstraßen-Regelung aufgehoben werden müssen. „Die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität stehen aber hier im Vordergrund“, so die Stadt.

In der Weingartenstraße und Am Remberg soll eine Bewohnerparkzone eingerichtet werden.

In der Weingartenstraße und Am Remberg soll eine Bewohnerparkzone eingerichtet werden. © Stadt Dortmund

Beim Parken für Bewohnern werden zwei Bereiche unterschieden. Für die neuen Wohngebäude im direkten Umfeld des Sees sowie die Neubauten an der Weingartenstraße und Am Remberg musste der Stellplatzbedarf auf privatem Grund nachgewiesen werden.

Anders verhält es sich mit den alten Gebäuden entlang des Straßenzugs Weingartenstraße und Am Remberg bis Kohlensiepenstraße, die bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sind und deren Grundstücke überwiegend keine Abstellmöglichkeiten bieten.

Für diese „Altanwohner“ wurde eine Bewohnerparkzone „Weingartenstraße“ entwickelt, die die Straßenzüge Am Remberg und Weingartenstraße zwischen den Einmündungen Willem-van-Vloten-Straße und Steinkühlerweg umfasst.

Jetzt lesen

Die Bewohner in dieser Zone können eine kontrollierbare Berechtigung erhalten, im öffentlichen Straßenraum dieser Zone zu parken, ohne einen Parkschein zu lösen. Mit einem Bewohnerparkausweis dürfen sie ihr Auto an nahezu allen Stellplätzen innerhalb der eingerichteten Zone kostenfrei und zeitlich unbegrenzt abstellen.

Anwohner werden informiert

Mit Einrichtung der Bewohnerparkzone werden die berechtigten Anwohner informiert. Der Bewohnerparkausweis kostet zurzeit eine Bearbeitungsgebühr von 30,70 Euro pro Jahr. Er wird in der Bezirksverwaltungsstelle Hörde ausgestellt.

Um die Einhaltung der Regeln sicherzustellen, muss die Verkehrsüberwachung ausgeweitet und häufiger wiederholt werden, so die Erfahrung der Stadtverwaltung. Deshalb sieht das Konzept vor, den Bereich im Ordnungsamt mit vier neuen Mitarbeitern zu verstärken.

Jetzt lesen

„Mit dem Konzept kommen wir den Wünschen aus dem Bürgerdialog und aus der Bezirksvertretung nach,“ sagte Planungsdezernent Ludger Wilde bei der Vorstellung im Verwaltungsvorstand. „Wir glauben, mit dem Gesamtkonzept einen guten Kompromiss zwischen den verschiedenen Ansprüchen gefunden zu haben.“

Die Investition für die neuen Parkscheinautomaten beziffert die Stadt auf 98.000 Euro.

Die Vorlage wird nun in den Bezirksvertretungen Aplerbeck und Hörde und in den Fachausschüssen beraten. Im Dezember 2020 könnte der Rat das Konzept dann beschließen.

Lesen Sie jetzt