Passacaglia eröffnete das Bunk-Jahr

11.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit dem schwersten und längsten Orgelwerk von Gerard Bunk (Foto) ist das Festjahr für den ehemaligen Reinoldikantor (1888-1958) in St. Reinoldi eröffnet worden.

In ein beziehungsreiches Programm hatte Organist Jobst-Hermann Koch aus Lemgo Bunks Passacaglia a-Moll op. 40 bei der Orgelfeierstunde in der gut besuchten Kirche eingebunden: Rheinbergers 7. Orgelsonate ist von ähnlich spätromantischem Geist erfüllt wie das Bunk-Werk und schließt auch mit einer Passacaglia. Die Choralbearbeitung "Allein Gott in der Höh sei Ehr" von Bach war eine Hommage an den Bach-Verehrer Bunk, der seine Passacaglia mit einer Fuge über B-A-C-H beschloss.

Nun ist die Walcker-Orgel wie berichtet nicht mehr in bestem Zustand. In der Rheinberger-Sonate klang sie zuweilen matt und schwerfällig, hatte im Scherzoso nicht mehr den erwarteten Glanz und die Brillanz. Mit flotteren Tempi und einer geschickteren Registrierung hätte man das überspielen können. Auch das Bach-Werk legte Koch bedächtig, wenig farbig und romantisch an.

Mehr nach freier Fantasie als nach einer klug ausgearbeiteten Folge von 29 Variationen klang dann auch Bunks 1911 komponierte und 1929 revidierte Passacaglia. Mehr Halt, Farbigkeit, Struktur und schnellere Tempi hätte man dieser Interpretation und den kunstvollen Veränderungen des Themas und seinen viel wirkungsvoller darzustellenden Steigerungen gewünscht. Auch das B-A-C-H-Motiv am Schluss konnte man nur erahnen. JG

In allen Orgelfeierstunden in St. Reinoldi (2. Donnerstag im Monat) steht ein Bunk-Werk auf dem Programm. Am 14.2. spielt der Berliner Dom-Organist Andreas Sieling die Charakterstücke op. 54. www.sanktreinoldi.de

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