Pensionierte Feuerwehrmänner aus Hombruch optimieren die Notfalldose

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Der ehemalige Feuerwehrmann Pit Richarz (83) hat zusammen mit pensionierten Kollegen die Notfalldose verbessert – das ursprüngliche Modell ist nämlich nicht perfekt.

Kirchhörde

, 08.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem Notfall ist jede Sekunde entscheidend. Besonders bei Senioren ist es wichtig, dass die Rettungskräfte wissen, mit wem sie es zu tun haben. Informationen über Erkrankungen oder Medikamente können den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

In solchen Fällen soll die Notfalldose helfen. Die kleine grüne Plastikdose enthält einen Zettel, auf dem alle wichtigen Informationen notiert sind. Der Feuerwehrmann im Ruhestand „Pit“ Richarz (83) wollte für seine pensionierten Kollegen mehrere dieser Dosen besorgen – jedoch fand er diese nicht praktikabel genug.

Das musste verbessert werden

„Besonders für ältere Menschen ist der Zettel, der in die Dose kommt, nicht optimal“, erklärt Richarz. Er findet, dass die Schrift und die Felder zum Ausfüllen zu klein sind – erkennt beispielsweise der Sanitäter die Vordiagnosen, die auf dem Notfall-Zettel notiert worden sind, nicht richtig, kann das im Ernstfall zur Tragödie werden. Übrigens sind die Dosen nicht nur für Senioren gedacht, sondern prinzipiell für alle Menschen.

Pensionierte Feuerwehrmänner aus Hombruch optimieren die Notfalldose

Die Notfalldosen im Vergleich: Links die optimierte Variante, rechts die Dose, die man auch in der Apotheke erwerben kann. © Robin Albers

Richarz und seine Kollegen vom Helferkreis der Persionäre der Dortmunder Berufsfeuerwehr haben deshalb ein Formular entwickelt, das Interessierte am PC ausfüllen und ausdrucken können. Das hat einen weiteren Vorteil: Bürger können sich so ihre eigene Notfalldose zuhause basteln. Den Notfall-Zettel können sie beispielsweise in einem alten Einmachglas verstauen. „So schont man sogar noch zusätzlich zum Geldbeutel die Umwelt“, findet Richarz. Die Dosen kosten zum Teil nämlich bis zu 6 Euro.

Wie die grünen Notfalldosen, die unter anderem in Apotheken verkauft werden, kommt die verbesserte Dose samt Zettel in den Kühlschrank – ein zentraler Ort in jedem Haushalt. In den Dosen befinden sich zwei Aufkleber, die außen auf den Kühlschrank und auf die Innenseite der Haustür geklebt werden. Richarz dazu: „So weiß der Rettungsdienst im Notfall Bescheid, wo wichtige Informationen über den Patienten zu finden sind.“ Auch die Vorlagen für die Aufkleber können Interessierte zuhause ausdrucken.

Mehr Informationen gibt es im Internet

Ursprünglich war die verbesserte Notfalldose nur als Idee für ehemalige Feuerwehrleute und deren Angehörige gedacht. Trotzdem möchten die pensionierten Feuerwehrleute um Richarz, dass prinzipiell alle Zugang zu der kostengünstigeren Variante haben. Dazu hat der Helferkreis einen Bereich mit hilfreichen Informationen auf der Webseite der Pensionäre eingerichtet.

Pensionierte Feuerwehrmänner aus Hombruch optimieren die Notfalldose

Die verbesserte Variante der Notfalldose von den Feuerwehr-Pensionären kann man sich selbst bauen. Zum Beispiel mit einem ausrangierten Einmachglas. © Robin Albers

Dort gibt es auch die Vorlagen, um eine Notfalldose zu basteln. Die verbesserte Variante kann auf der Webseite des Dortmunder Stadtfeuerwehrverbandes für 2 Euro bestellt werden.

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