Petition gegen Pool-Verbot in Gartenvereinen hat fast 600 Unterschriften

hzPool-Verbot

Der Evinger Gartenverein „Zur Sonnenseite“ stellt sich klar gegen das Pool-Verbot des Stadtverbands. Der wiederum zeigt nun ein wenig Nachsicht und hat eine wichtige Frist verlängert.

Eving

, 17.08.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Verbot des Stadtverbands Dortmunder Gartenvereine, in den Gärten Pools aufzustellen, zieht weitere Kreise. Nach dem Derner Verein Woldenmey kommt nun auch der Evinger Gartenverein Zur Sonnenseite aus der Deckung. Mitglied Melanie Froese hat im Internet eine Petition gestartet, mit der sie bereits 596 Unterschriften gegen das Verbot gesammelt hat (Stand: 17.8., 17 Uhr).

Bezirksbürgermeister auf Seite der Verbots-Kritiker

Auch Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) hat sich der Petition angeschlossen. Er sagte am Montag (17.8.), die Gartenanlagen haben nicht mehr allein die Versorgungsfunktion, die sie früher einmal hatten. Wichtig sei heute auch die Naherholung.

Jetzt lesen

Er frage sich, wieso in der Pool-Frage neun Jahre lang nichts passiert sei, wenn das Verbot schon so lange bestehe, wie der Stadtverband behaupte. Auch wenn der hohe Wasserverbrauch angesichts der derzeitigen Dürre natürlich heikel sei, mache die Hauruck-Methode des Stadtverbands aus seiner Sicht wenig Sinn. Wichtig sei nun, dass sich Stadtverband und Gartenvereine an einen Tisch setzen. Er sei gerne bereit, bei einem solchen Gespräch als Vermittler zu fungieren.

„Wir wollen Kindern nicht den Spaß verderben“

Der Vorstand ihres Vereins „Zur Sonnenseite“ steht ebenfalls hinter Melanie Froese. Michael Schöbel, der stellvertretende Vorsitzende, sagt: „Wir haben 68 Kinder unter 18 Jahren allein in unserer Anlage. Denen wollen wir nicht den Spaß verderben.“

Melanie Froese zeigt ihren eigenen Pool. Den will sie auch im nächsten Jahr wieder aufbauen

Melanie Froese zeigt ihren eigenen Pool. Den will sie auch im nächsten Jahr wieder aufbauen. © Andreas Schröter

Zunächst habe es geheißen, wer seinen Pool nicht innerhalb von 14 Tagen abbaue, müsse mit Kündigung seiner Parzelle rechnen. Nun sei die Frist immerhin auf den 31. Oktober verlängert worden. Der Stadtverband habe jedoch keinen Zweifel daran gelassen, dass alle, die ihren Pool im nächsten Jahr wieder aufbauen, eine fristlose Kündigung erhalten.

„Ich lasse es drauf ankommen“, sagt Melanie Froese. Und Michael Schöbel meint, der Stadtverband habe überhaupt nicht das Recht, einzelnen Mitgliedern in den Vereinen zu kündigen.

Jetzt lesen

Und weiter: Im vom Stadtverband zitierten Bundeskleingartengesetz gebe es überhaupt keinen Passus, der einen Pool, der sich selbst trage - also allein von der Wasserkraft stehen bleibe - verbiete. Auch die anderen Argumente, die der Stadtverband vorbringe, seien haltlos. Viele Poolbetreiber benutzen gar kein Chlor, sondern Filter, und selbst wenn: Das Chlor habe sich nach wenigen Tagen verflüchtigt, und das Wasser sei dann durchaus als Gießwasser zu gebrauchen. Und falls die Abwassergebühr steige, so sagt Obmann Manuel Froese, sei er gerne bereit, die für den Spaß der Kinder zu zahlen.

Jetzt lesen

Der Vorgänger Günter Mohrs als Vorsitzender des Stadtverbands Dortmunder Gartenvereine, Heinrich Jordan, habe inzwischen erklärt, in seiner Amtszeit kein einziges Mal mit der Stadtverwaltung über das Thema Pools gesprochen zu haben.

Im Gegenteil, so Michael Schöbel: SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal habe neulich im Wahlkampf sogar ein paar SPD-Quietsche-Entchen für die Pools in der Anlage „Zur Sonnenseite“ spendiert, als er gesehen habe, wie sich die Kinder darin amüsieren.

„Wir hoffen einfach“, sagt Schöbel, „dass die Stadt dazu nach der Wahl klar Stellung bezieht.“

Facebook-Gruppe

Unter dem Namen „Für den Erhalt der Pools im Kleingarten“ hat sich bei Facebook eine Gruppe gegründet, die sich gegen das Pool-Verbot des Stadtverbands wendet. Die Internetpetiton von Melanie Froese ist unter „www.petitionen.com“ zu finden und trägt den Titel „Poolverbot in Kleingartenanlagen aufheben“.

„Die Gartenvereine müssen moderner werden“, sagen die Mitglieder an der Waldecker Straße, „es ist doch schön, dass sich wieder so viele jüngere Menschen für eine Parzelle interessieren, aber dann müssen wir auch auf ihre Bedürfnisse eingehen.“

Jetzt lesen

Gegen die Regel „ein Drittel Grabeland, ein Drittel Laube, ein Drittel Wiese“ habe niemand etwas: „Die Kinder mögen doch zum Beispiel die selbst gezogenen Erdbeeren so gerne“, sagt Michael Schöbel.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt