Beinahe in Fassade eingeschlossen: Vogel-Nachwuchs entging knapp dem Tod

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Die Wärmedämmung einer Hausfassade in Obereving drohte den Brutplatz von der Außenwelt abzuschotten. Ein Spatzen-Paar zog dort seine Jungen auf. Nun klafft ein Loch in der Wand.

Eving

, 21.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ungewöhnlicher Einsatz für die beiden Evinger SPD-Politiker Lothar Volmerich und Peter Wieseler: Sie setzten sich in diesen Tagen für die heimische Vogelwelt ein.

Als Volmerich sah, dass in dem Haus an der Ecke Hessische-/Pfälzische Straße Wärmedämmungen an der Hauswand angebracht werden sollten, erinnerte er sich, dass dort seit Jahren ein beliebter Nistplatz für Spatzen existiert.

Und so ist es auch in diesem Jahr: Ein Vogelpaar zieht in einer kleinen Aussparung in der Wand seine Jungen auf.

So sieht der Brutplatz aus.

So sieht der Brutplatz aus. © Oliver Stens

Volmerich und Wieseler sprachen die Mitarbeiter der Baufirma an, aufgrund von Sprachbarrieren hätte man sich allerdings anderweitig verständigen müssen.

Nach einigem Hin und Her und einer Verständigung mit Händen und Füßen holten die Mitarbeiter ihren Chef, der sofort Verständnis für die Situation zeigte. Er habe seine Kollegen angewiesen, die Stelle mit dem Brutplatz nicht mit der Wärmedämmung zu versehen und auszusparen.

Gesagt, getan. Und weil das Dämm-Material zwölf Zentimeter dick ist, klafft am Haus Pfälzische Straße 5 nun eine von außen gut sichtbare Lücke in der Fassade, die das Spatzenpaar wohl auch künftig dankbar zur Aufzucht seines Nachwuchses nutzen wird.

Lothar Volmerich regt an, künftig vielleicht generell unter den Dachrinnen von Häusern oder an anderen geeigneten Stellen Platz für Vogelnester zu lassen.

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