Phoenix-Gymnasium will einen Zaun gegen Vandalismus und Müll

hzKein Durchgang

Nach dem Goethe- fordert nun auch das Phoenix-Gymnasium eine Umzäunung des Schulgeländes. Dabei spielt die besondere Lage der Schule eine Rolle.

Hörde

, 16.11.2020, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Phoenix-Gymnasium an der Seekante in Hörde liegt nur einen Steinwurf vom Phoenix-See entfernt. Das sehen viele als großen Vorteil. Aber die prominente Lage hat auch seine Schattenseite. Denn die Schule leidet unter Vandalismus und Müll, und das habe auch mit dem See zu tun, vermutet die Schulleiterin, Annette Tillmanns.

„Es sind dort einfach mehr Leute unterwegs, und das macht sich bemerkbar.“ Der Schulhof wird von vielen als Verbindung von der Hörder City Richtung See genutzt.

Von der Hörder Semerteichstraße aus gelangt jeder direkt auf den Schulhof.

Von der Hörder Semerteichstraße aus gelangt jeder direkt auf den Schulhof. © Susanne Riese

Leere Wodkaflaschen, Pizzakartons, Dosen und anderer Müll sammelten sich dann auf dem Schulhof, so die Schulleiterin. Montagmorgens sei es besonders schlimm, vor allem nach BVB-Spielen. „Die Situation ist teilweise gesundheitsgefährdend“, betont Annette Tillmanns. Scherben, Rasierklingen und Hinweise auf Drogenkonsum beunruhigen auch die Eltern. „Die Elternpflegschaft steht hinter der Forderung nach einer Umzäunung.“

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Mit einem Hilfegesuch wandte sie sich jetzt an die Hörder Bezirksvertretung (BV): „Das Vermüllungsproblem ist gerade nach dem Wochenende kaum noch zu händeln.“ Eine Umzäunung des gesamten Schulgeländes sei die einzige Möglichkeit, das Problem in den Griff zu bekommen. Bereits ihre Vorgängerin Ursula Forthaus habe sich dafür eingesetzt, und die ist bereits seit 2014 im Ruhestand. Vorlauf hat das Projekt Zaun also reichlich.

Neue Schmierereien verschandeln die Fassade.

Neue Schmierereien verschandeln die Fassade. © Susanne Riese

Immer wieder muss die Schule Beschädigungen auf dem Schulgelände und Gebäuden beseitigen, Graffiti sind an der Tagesordnung. Einen Tag nach der BV am Dienstag (10.11.) fand Annette Tillmanns schon wieder neue Schmierereien an der Fassade. Rund um die Tischtennisplatten sind die Wände besprüht.

Die Sandgrube zum Springen sei regelmäßig durch Hundekot verschmutzt. Der Schulhof dürfe einfach kein öffentlicher Durchgang sein, stellt Annette Tillmanns fest.

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2014 war das gesamte Schulgelände erneuert worden. Damals wurde auch ein Stück Zaun mit Toranlage beseitigt, ebenso wie ein kleiner Teich und eine marode Treppe. Der Schulhof wurde erweitert und neu ausgestattet, am Haupteingang entstand ein überdachter Abstellplatz für Fahrräder und Mopeds sowie für die Müllcontainer.

Auf der Emscher-Seite gibt es bereits einen Zaun, sogar mit einer Tür zum "Blauen Klassenzimmer".

Auf der Emscher-Seite gibt es bereits einen Zaun, sogar mit einer Tür zum „Blauen Klassenzimmer“. © Susanne Riese

Zur Emscher hin, wo jetzt das „Blaue Klassenzimmer“ liegt, ist das Gelände bereits eingezäunt, ebenso an der Straße Seekante. Nun wünscht sich die Schulgemeinde auch auf den beiden anderen Seiten eine Umzäunung. Damit der Schulhof wirklich für die Schüler zur Verfügung steht - ohne Müll und Schäden und das auch am Montagmorgen.

Die Mitglieder der BV können dieses Ansinnen durchaus nachvollziehen. Einige zeigten sich in der Sitzung am 10. November aber skeptisch, ob es sich umsetzen lässt. Möglicherweise gebe es ein Wegerecht, das einen Zaun verhindern könnte, meinte Ute Goerke von der Grünen-Fraktion. Außerdem gehöre das Gelände zum Stadterneuerungsgebiet, auch das sei zu beachten.

Ein solcher Zaun wie an der Seekante könnte helfen.

Ein solcher Zaun wie an der Seekante könnte helfen. © Susanne Riese

Auch der geplante Umbau des sogenannten Stadteingangs zwischen Faßstraße und Gymnasium wird für die Entwicklung eine Rolle spielen. Auf der Fläche vor der neuen Sporthalle, die derzeit noch von einem Autohändler genutzt wird, soll ein Mini-Park mit Bewegungsgeräten und Sitzgelegenheiten zum Chillen für Jugendliche entstehen.

Die Stadt Dortmund hatte sich jetzt nach Jahren mit dem Eigentümer der Fläche geeinigt, die mehr und mehr zum Störfaktor für die Stadterneuerung geworden ist. Er zieht in Kürze mit seinem Betrieb nach Wambel und macht damit Platz für den Umbau.

Die neu zu gestaltende Fläche gehört zwar nicht zum Schulgelände, vielleicht lässt sich das Areal aber trotzdem in einem Zuge angehen.

Die Mehrheit der BV stimmte für einen Ortstermin, bei dem die Situation in Augenschein genommen werden soll. Schließlich habe man auch an anderen Schulen eine Lösung gefunden, meinte Werner Sauerländer (SPD); das werde wohl auch am Phoenix möglich sein.

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