Plakataktion in Dortmund: Gesundheitsamt warnt Schwangere vor Alkohol

hzFetale Alkoholspektrumstörungen

Konsumiert eine schwangere Frau Alkohol, trinkt das ungeborene Kind mit. Die Folgeschäden sind unheilbar – und unterschätzt. Das Gesundheitsamt Dortmund will jetzt aufklären.

Dortmund

, 09.11.2020, 20:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

150 Poster hängen in der ganzen Stadt mit der Botschaft „Schwanger! Alkohol? Dein Kind trinkt mit!“. Damit möchte das Dortmunder Gesundheitsamt auf die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft Aufmerksam machen, die Kinder davontragen.

Die City-Light-Poster machen zum Beispiel an Bushaltestellen auf die noch unterschätzte Gefahr aufmerksam.

Da das Kind im Mutterleib nur sehr begrenzt Abbauenzyme für Alkohol zur Verfügung hat, ist es dem Alkohol viel länger ausgesetzt als seine Mutter. Das Kind wird nicht nur in seiner Entwicklung gehemmt, sondern erfährt je nach Reifestadium und Alkoholmenge körperliche und kognitive Schädigungen.

Häufigste nicht erbliche Ursache für kindliche Behinderung

Sie werden unter dem Begriff FASD - Fetal Alcohol Spectrum Disorder (Fetale Alkoholspektrumstörungen) - erfasst.

Besonders erschreckend ist: Sie sind die häufigste nicht erblich bedingte Ursache für kindliche Behinderungen – obwohl sie durch den Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft zu 100 Prozent vermeidbar wären.

Jährlich 10.000 Kinder betroffen

Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich etwa 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen geboren. Etwa 4.000 von ihnen haben das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) und sind lebenslang körperlich und geistig behindert.

Das Spektrum der nicht heilbaren Folgeerscheinungen ist vielfältig: weitreichende Entwicklungsstörungen, körperliche Fehlbildungen, eingeschränkte Impulskotrolle, sozial unangemessenes Verhalten, Hyperaktivität, Merk- und Lernschwierigkeiten. Die betroffenen Kinder haben später insgesamt große Probleme in der Bewältigung des Alltags.

Bereits im September 2019 hatte das Gesundheitsamt eine entsprechende Kampagne gestartet die nun aufgrund der positiven Resonanz wiederholt wird. Ermöglicht wird die Kampagne durch eine Spende der Sparkasse Dortmund in Höhe von 20.000 Euro.

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