130 Wohnungen am Pleckenbrink: Umweltverbände formulieren ihre Forderungen

hzBebauung am Pleckenbrink

Am Pleckenbrink in Wickede sollen 130 Wohnungen entstehen. Dazu melden sich nun Dortmunder Umweltverbände. Sie haben sich zu der geplanten Bebauung und den Umweltbelangen Gedanken gemacht.

Wickede

, 13.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt möchte auf den Freiflächen östlich des Pleckenbrinks und südlich der Morgenstraße in Wickede insgesamt 130 Wohnungen errichten lassen. Das ist dort, wo sich noch die Reste des nicht mehr benötigten Flüchtlingsheims Wickede sowie der Sportplatz befinden, der früher vom SV Dortmund 82 genutzt worden ist. Der Verein hat mittlerweile eine neue Heimat auf der Anlage von TuRa Asseln am Grüningsweg gefunden. Genauer gesagt, sollen am Pleckenbrink 50 Einfamilienhäuser, 80 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sowie eine Kindertagesstätte entstehen.

Zu diesem Vorhaben meldet sich nun die BUND-Kreisgruppe Dortmund zu Wort und stellt einige Forderungen. Das geschehe in Abstimmung mit dem NABU und der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU), wie Thomas Quittek vom BUND mitteilt:

  • Bebauungsstruktur: Der BUND regt an, im nördlichen Bereich auf freistehende Einfamilienhäuser zu verzichten und stattdessen Reihenhausbebauung oder Geschoßwohnungsbau festzusetzen. So soll die Anzahl der Wohnungen gesteigert werden, ohne mehr Freiflächen zu verbrauchen.
  • Energiesparende Baukonstruktion: Hier plädiert der BUND für Holz als Baumaterial. Holz als nachwachsender Rohstoff hinterlasse so gut wie keinen ökologischen Fußabdruck, biete einen besseren Wärmeschutz und sei voll recyclebar.
  • Umweltbelange: Der BUND fordert eine formale Artenschutzprüfung, da das Vorkommen von Arten wie Baumfalke, Habicht und Mäusebussard nicht ausgeschlossen werden könne. Außerdem fordern die Umweltschützer, keine trockenresistenten, exotischen Baumarten wie Gingko als Ersatz für die Bäume anzupflanzen, die für die Neubauten weichen müssen. Sie verdunsten wenig Wasser, aber genau das sei es, was im Sommer zur Verbesserung des Stadtklimas wichtig sei.
  • Energieversorgung: Hier sollen Fernwärmeinseln eingerichtet werden. Auch der Einsatz von Brennstoffzellenheizungen auf Wasserstoffbasis, wie sie in Japan bereits Standard seien, solle erwogen werden.
  • Grundstücksvergabe: Die Umweltverbände empfehlen, die Grundstücke im Erbbaurecht zu veräußern.

130 Wohnungen am Pleckenbrink: Umweltverbände formulieren ihre Forderungen

Noch stehen sie, die Container des ehemaligen Flüchtlingsheims Wickede. Hier soll Wohnbebauung entstehen. © Andreas Schröter

Die Bezirksvertretung Brackel hat der Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans Br 213 im November 2019 zugestimmt - allerdings mit einigen Änderungen: So fordert das Gremium Null-Energie-Häuser. Das sind Häuser, die ihren Eigenenergie-Bedarf selbstständig erzeugen können (unter anderem durch Photovoltaik-Anlagen). Außerdem sollen auf SPD-Antrag keine weiteren Sozialwohnungen in Wickede zugelassen werden, weil sonst in diesem Stadtteil ein soziales Ungleichgewicht entstehe - etwas, das seinerzeit für große Diskussionen sorgte.

Wann am Pleckenbrink Baubeginn sein könnte und wer Bauträger wird, ist noch offen.

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