Mit mehr angekündigtem Impfstoff kann die Stadt das Immunisieren beschleunigen. © Stephan Schütze
Corona-Pandemie

Plötzlich 17.000 Impfdosen mehr – Dortmund ändert Impfkonzept

Jetzt kommt Tempo ins Impfen: 4300 Dosen des Astra-Zeneca-Impfstoffs waren anfangs bis Ende März für Dortmund angekündigt. Jetzt werden es 17.000. Die Stadt organisiert ihr Impfkonzept um.

Der neueste Impf-Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen erreichte die Stadt Dortmund am Montagmittag um 13.30 Uhr – mit einer erfreulichen Nachricht. Dortmund erhält deutlich mehr Impfstoff von Astra Zeneca und muss nun sehen, wie es das Vakzin unter die Leute bringt. „Wir müssen uns anpassen und ein paar neue Dinge planen“, sagte Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag (2.3.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands.

Ursprünglich waren für Dortmund 4300 Impfdosen von Astra Zeneca vorgesehen. Jetzt hat das Land rund 17.000 angekündigt. Noch immer ist der britische Impfstoff nur für Menschen bis 65 Jahre vorgesehen. Bislang wurden damit Mitarbeiter des Rettungsdienstes, ambulanter Pflegedienste und Personal in Pflegeeinrichtungen geimpft.

Bevor die Priorisierungsgruppe 1 (Über 80-Jährige, Menschen in Pflegeheimen und bestimmtes medizinisches Personal) komplett durchgeimpft sei, könne man laut Impf-Erlass nun schon ab 8. März mit der Priorisierungsgruppe 2 beginnen, kündigte Zoerner an. Darunter fallen besondere Berufsgruppen wie das (Lehr-)Personal in Kitas-, Grund- und Förderschulen – das sind rund 9000 Personen in Dortmund – sowie Menschen mit Behinderungen.

Stadt strebt mehr mobiles Impfen an

Das lässt sich aber allein donnerstags, wenn das Impfzentrum auf Phoenix-West für die Impfung mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff reserviert ist, nicht bewerkstelligen. Rund 2000 Impfwillige werden an den Donnerstagen durch die Impfstraßen geschleust. Es sei der Stadt überlassen, so Zoerner, ob man das Mehr an Impfstoff im Impfzentrum oder mit mobilen Impfteams verabreicht.

Die Stadt tendiere dazu, mit mobilen Impfteams in die Fläche zu gehen; denn es würde zum Beispiel Sinn ergeben, in den Werkstätten für Behinderte zu impfen, statt die Betroffenen alle ins Impfzentrum kommen zu lassen, sagte Zoerner. Zudem gebe es die Möglichkeit, ab 1. April mit bis zu fünf Schwerpunktpraxen zusammenzuarbeiten. Darüber müsse man dann mit der Kassenärztlichen Vereinigung reden.

„Es würde aber viel Sinn machen, die Hausärzte mit einzubinden“, meint die Gesundheitsdezernentin. Diese Gruppe sei „ganz sicher in der Lage“, nach Priorität zu impfen, also zu entscheiden, wer früher drankommen sollte als andere. Zoerner rechnet damit, in ein paar Wochen die Impfungen entsprechend auszuweiten.

Mehr Möglichkeiten durch leichter handhabbaren Impfstoff

Sie erinnerte daran, dass das Impfzentrum vor allem deshalb nötig gewesen sei, weil man den hochkomplexen Impfstoff etwa von Biontech nicht hin- und herschicken könne – im Gegensatz zum jetzt verfügbaren Vakzin von Astra Zeneca, das viel einfacher zu handhaben ist.

Zur Priorisierungsgruppe 2 zählen außerdem viele chronisch Kranke, Menschen über 70 und auch Polizisten. Für die Terminvergabe bei den Berufsgruppen und chronisch Kranken ist die Stadt zuständig. Vermutlich könne man Mitte April mit der Vergabe von Terminen für diese Sondergruppen starten, um sie dann Ende April zu impfen, spekuliert Zoerner.

Unklar ist noch das Impfmanagement für über 70-Jährige

Während bei den Lehrern und Erziehern Schulen und Kitas die Anzahl und Namen der Impfkandidaten der Stadt übermitteln könnten, suche man für die Risikogruppe der Menschen mit Vorerkrankungen, die einen Attest vorlegen müssen, noch nach einem verkürzten Verfahren, sagte die Gesundheitsdezernentin.

Unklar sei noch das Impfmanagement für die über 70-Jährigen, so Zoerner. Sie sollen laut NRW-Landesregierung Ende April/Anfang Mai dran sein. Die Dezernentin: „Das Land hat uns noch nicht gesagt, wie sie das vorhaben. Uns hat man nur mitgeteilt, das Impfmanagement soll nicht bei den Kommunen liegen.“ Offen sei auch, ob diese Altersgruppe nach Jahrgängen unterteilt eingeladen werde, damit sich nicht wieder alle gleichzeitig anmelden wollen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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