Dortmund steigt in Städte-Ranking auf Es gibt aber einen Haken

Redakteur
Radfahrer und Fußgänger auf dem Wall.
Radfahrer und Fußgänger sollen auf dem Wall mehr Raum bekommen, Autofahrer müssen zurückstecken. So steht es im Konzept der Verwaltung. © Dieter Menne (A)
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Die Städte im Ruhrgebiet sind alles andere als verwöhnt, wenn es um die – mitunter fragwürdigen – Bewertungen bei Städterankings geht. Sie landen meist auf den hinteren Plätzen. Aber es geht auch anders: Dortmund macht im aktuellen Städteranking von IW-Consult, Immoscout und Wirtschaftswoche in wichtigen Bereichen eine durchaus gute Figur.

Das Ranking vergleicht für 71 deutsche Großstädte auf Basis von mehr als 100 Indikatoren die gegenwärtige Lage (Niveau-Ranking) und die Entwicklungsperspektiven (Dynamik-Ranking) und bewertet, wie die Städte in Sachen Nachhaltigkeit aufgestellt sind. So sollen Lebensqualität und Wirtschaftskraft gemessen werden.

Aufwärts im Niveau-Ranking

Beim Niveau-Ranking, das von München, Erlangen und Stuttgart angeführt wird, landet Dortmund wie alle Ruhrgebietsstädte mit Platz 54 von 71 in der unteren Tabellenhälfte. Ganz unten stehen Gelsenkirchen, Duisburg und Herne.

Dortmund gehört allerdings bundesweit zu den Top-5-Städten, die den größten Sprung nach vorn gemacht haben – Dortmund von Platz 60 auf 54. Besonders positiv wirken sich dabei die positive Wanderungsbilanz und die „wissensintensiven Dienstleistungen“ aus. Negativ wirken die hohe Zahl an Arbeitslosengeld-II-Empfängern und die vergleichsweise hohe Jugendarbeitslosigkeit.

Top 10 bei der Dynamik

Im Dynamik-Ranking ist Dortmund zwar im Vergleich zum Vorjahr um fünf Plätze abgerutscht, gehört aber mit Rang 10 noch immer zu den Top-10-Großstädten in Deutschland in Sachen Dynamik. Hier liegen Mainz und Berlin vorn, Trier und Ingolstadt am Ende.

Dortmund punktet hier vor allem mit dem Pendlersaldo und dem deutlichen Rückgang bei den Straftaten. Negativ wirken – wiederum – der hohe Anteil an Arbeitslosengeld-II-Empfängern und die niedrige Quote an Hochqualifizierten.

Lücken bei Nachhaltigkeit

Zu denken geben dürfte das Abschneiden Dortmunds beim Nachhaltigkeitsindex, bei dem man die schlechteste Platzierung von allen drei Themenbereichen erreicht – mit Rang 60 von 71. Hier fließen sowohl soziale Faktoren wie Jugendarbeitslosigkeit und Altersarmut als auch ökonomische und ökologische Faktoren ein.

Der Blick vom Wilo-Campus (unten) über Phoenix-West auf Westfalenpark und die Dortmunder Innenstadt - all diese Punkte spielen in Sachen Wirtschaftskraft und Lebensqualität eine Rolle.
Der Blick vom Wilo-Campus (unten) über Phoenix-West auf Westfalenpark und die Dortmunder Innenstadt – all diese Punkte spielen in Sachen Wirtschaftskraft und Lebensqualität eine Rolle. © Hans Blossey

Bei den ökonomischen Faktoren macht sich hingegen die Zahl der Unternehmen, die im Bereich Nachhaltigkeit aktiv sind, positiv bemerkbar. Bei den ökologischen Faktoren schneidet Dortmund mit Platz 65 allerdings besonders schlecht ab. Besonders negativ machen sich hier der geringe Anteil an alternativen Heizenergien bei Wohngebäuden und das schlechte Abschneiden beim ADFC-Fahrradklimatest bemerkbar.