Polizei Dortmund: So viele Drogendelikte gab es vergangenes Jahr

hzRauschgiftkriminalität

Das LKA NRW hat wie jedes Jahr im September ein Lagebild zur Rauschgiftkriminalität veröffentlicht. Zahlen der Polizei Dortmund zeigen auch eine Entwicklung zum Vorjahr.

Dortmund

, 05.10.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2019 gab es in Dortmund laut der Polizei 4101 Delikte, bei denen gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen wurde. Das sind 282 weniger als im Vorjahr 2018.

Polizeisprecherin Dana Seketa stellt allerdings klar, „dass es sich bei Rauschgiftdelikten um sogenannte Kontrolldelikte handelt. Sie werden in der Regel nicht von den Beteiligten oder Dritten bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt. Somit steht ihr Aufkommen stets im Zusammenhang mit der Kontrollhäufigkeit der Polizei.“

Am meisten Verstöße bei Cannabis

Die meisten Verstöße gab es bei Cannabis mit 2226 Delikten, knapp 10 Prozent weniger als im Jahr 2018, da waren es 2457 Delikte. Dafür stiegen die Zahlen der allgemeinen Verstöße mit sonstigen Betäubungsmitteln im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent, von 101 auf 152. Zu sonstigen Betäubungsmitteln zählen unter anderem biogene Drogen wie Pilze, aber auch synthetische Drogen wie Fentanyle.

Auffällig ist ebenfalls, dass der illegale Handel und Schmuggel mit Rauschgiften zugenommen hat. Im Jahr 2018 waren es noch 710, im vergangenen Jahr 801 Delikte. Ob es mehr Kontrollen gab oder ob der illegale Handel tatsächlich wächst, lässt sich nicht bestimmen.

Die Polizei kann lediglich Deliktzahlen nennen, nicht aber die Konsum-Zahlen, erklärt Polizeisprecherin Dana Seketa. „Das heißt, nur weil eine Art von Betäubungsmitteln bei polizeilichen Kontrollen häufiger festgestellt wird als eine andere, muss dies nicht dem Konsum entsprechen. Möglicherweise wird diese andere Substanz von deutlich mehr Menschen und weitaus häufiger konsumiert, ohne dass es bekannt wird“, erklärt Seketa.

Dunkelfeld muss berücksichtigt werden

Somit muss das Dunkelfeld in diesem Bereich stets berücksichtigt werden und eine Übertragung auf das Konsumverhalten aufgrund der reinen Deliktzahlen wäre somit fehlerhaft.

Die Zahl der Delikte im Bereich illegale Einfuhr von Betäubungsmitteln schwankte seit dem Jahr 2015 stets im niedrigen zweistelligen Bereich. Einen Ausreißer gab es 2017 mit 48 Delikten, im Jahr 2019 waren es lediglich 7.

„Bei der Bekämpfung der Gesamtkriminalität gehen wir alltäglich und mit gezielten Einsätzen gegen kriminelle Strukturen vor – auch die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität zählt natürlich dazu“, so Seketa. Eine valide Zahl der Kontrollen pro Jahr kann die Polizei nicht nennen. Daher ist es schwierig aus den Deliktzahlen heraus festzustellen, ob es zu mehr oder weniger Rauschgiftkriminalität kommt.

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