Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

Hochhaus-Feuer in Brackel

Bei dem schweren Brand in einem Wohn-Hochhaus in Brackel am Sonntag geht die Polizei nun von fahrlässiger Brandstiftung aus. Nach dem Feuer im vierten und fünften Stock waren beide Geschosse für unbewohnbar erklärt worden, der Bewohner der Brandwohnung wurde schwer verletzt.

BRACKEL

, 20.08.2017, 11:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aktualisierung Montag 16.20 Uhr: Technischer Defekt wird ausgeschlossen

Wie die Polizei am Montagnachmittag auf Nachfrage mitteilte, haben die Brandermittler einen technischen Defekt als Ursache des Feuers ausgeschlossen. Man ermittle wegen fahrlässiger Brandstiftung, sagte Polizeisprecher Kim Freigang. 

Zum Zustand des schwer verletzten Bewohners der Brandwohnung lagen der Polizei am Montagnachmittag keine neuen Informationen vor. Am Sonntag hatte es geheißen, dass er auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt werde.

Aktualisierung Sonntag, 15.24 Uhr: Polizisten zogen Bewusstlosen aus der Wohnung

Die Polizei schildert die Rettung des Bewohners der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen ist. Ihr zufolge hatte eine Nachbarin das Piepen des Rauchmelders aus dessen Wohnung gehört und gegen 5.30 Uhr Polizei und Feuerwehr angerufen.

Die Polizei traf zuerst ein. Als die Beamten vor der Tür der Wohnung im vierten Stock standen, hörten sie "ebenfalls den Rauchmelder und konnten leichten Rauch aus dem Oberlicht der betroffenen Wohnung sehen", schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. 

Dann wurde es dramatisch: "Nach Klopfen und Schellen hörten die Beamten einen dumpfen Aufprall", heißt es in der Pressemitteilung. Die Beamten reagierten schnell: Sie traten die Tür ein. Eine dunkle Rauchschwade begrüßte sie. Auf dem Boden lag der bewusstlose Bewohner. "Sofort zogen die Einsatzkräfte den Bewohner aus seiner Wohnung und evakuierten ihn durch das Treppenhaus ins Freie." Derzeit liegt der Schwerverletzte auf der Intensivstation.

Entgegen der Angaben der Feuerwehr spricht die Polizei nur von zwei weiteren Verletzten. Diese seien aber nach einer ambulanten Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Die Brandermittlungen dauern laut Polizei noch an. Bis auf weiteres sind der komplette 4. und 5. Stock unbewohnbar.

Erstmeldung 11.01 Uhr: Vier Bewohner über Drehleiter gerettet

Gegen 5.30 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. Als die Feuerwehr vor Ort an der sechsgeschössigen Wohnanlage am Ordalweg ankam, drang bereits der Rauch aus einer Wohnung im vierten Stock: Dort brannte es lichterloh, die Leitstelle der Feuerwehr spricht von einem "Vollbrand". "Über den Balkon auf der Rückseite schlugen die Flammen auch in die darüber liegende Etage und setzten zwei weitere Wohnungen in Brand", schreibt die Feuerwehr in einer Pressemitteilung. 

Die Alarmstufe wurde zweimal erhöht, sodass am Ende drei Löschzüge, fünf Rettungswagen und drei Notärzte vor Ort waren - insgesamt rund 80 Einsatzkräfte. Die Feuerwehrleute verhinderten, dass der Brand auf das Dach übergriff, und löschten das Feuer. Außerdem retteten sie vier Hausbewohner über eine Drehleiter und brachten viele weitere Bewohner mit Fluchthauben ins Freie. Den Mieter der Brandwohnung hatte bereits die Besatzung eines Polizeiwagens gerettet, die noch vor der Feuerwehr am Brandort angekommen war.

 

Mit einer Drehleiter rettete die Feuerwehr vier Menschen aus dem Gebäude. (Foto: René Werner / IDA-News)

 

Vier Menschen wurden mit Verdacht auf eine leichte Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. "Für alle weiteren Bewohner stand ein Bus der DSW und der Betreuungsbus der Feuerwehr zwecks Kälteschutz und Betreuung zur Verfügung", schreibt die Feuerwehr. Bei den Nachlöscharbeiten fand die Feuerwehr eine tote Katze in einer der Brandwohnungen.

Die Feuerwehr berichtet auch von einer Panne beim Einsatz: Eine zweite Drehleiter konnte nicht eingesetzt werden, weil sie sich "im rückwärtigen Bereich des Hauses" festfuhr. Ihr Ausfall habe aber "keine negativen Folgen" auf den Einsatz gehabt. "Dieser Vorgang wird von der Feuerwehr umgehend aufgearbeitet."

Von den insgesamt 18 Wohnungen des Wohn-Hochhauses wurden nach dem Einsatz 7 für nicht mehr bewohnbar erklärt. Zur Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse. Sie wird nun von der Polizei ermittelt.

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