Polizei stoppt Supermarkt-Eröffnung mit 200 Menschen in der Nordstadt

hzVerstoß gegen Infektionsschutz

In der Dortmunder Nordstadt hat die Polizei bei einer Supermarkt-Eröffnung eine Ansammlung von 200 Personen aufgelöst. Dort wurden keine Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen.

Dortmund

, 08.04.2020, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Borsigstraße in der Dortmunder Nordstadt hat am Mittwoch (8.4.) ein Supermarkt einer Kette eröffnet, die hauptsächlich mit türkischen Lebensmitteln handelt. Weil dabei 200 Menschen zusammenkamen und keine der wegen der Coronavirus-Pandemie geltenden, Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten wurde, stoppte die Polizei die Eröffnungsfeier am Morgen.

Das Ordnungsamt untersagte den Betrieb des Supermarkts zunächst, bis die Hygieneschutz- und Abstandsregeln eingehalten werden. Diese gelten bis auf Weiteres in allen Geschäften. Mittlerweile ist der Markt wieder geöffnet. Zuerst hatte der WDR über den Vorfall bei Facebook berichtet.

Polizei erhielt Hinweis auf Eröffnungsfeier

Die Polizei Dortmund erhielt um 9.41 Uhr den Hinweis darauf, dass vor dem Ladenlokal in einem großen Geschäftszentrum eine Eröffnungsfeier mit 100 Personen stattfinden würde. Vor Ort trafen die Beamten laut der Polizei sogar rund 200 Personen vor dem Eingang des Supermarkts an.

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„Die Eröffnung sollte so durchgeführt werden, als gäbe es Corona nicht. In diesen Zeiten, in denen es zwingend darauf ankommt, die Infektionsketten zu durchbrechen, ist das nicht tolerierbar und auch nicht verständlich“, sagt Polizeisprecher Peter Bandermann.

Per Lautsprecherdurchsage zum Verlassen aufgefordert

Per Lautsprecherdurchsage forderten Polizisten die Menschen auf, das Gelände zu verlassen. Dem seien alle Personen nachgekommen.

Wenig einsichtig zeigte sich laut Einsatzprotokoll der Polizei der Inhaber des Geschäfts. Er habe den Einsatz von Polizei und Ordnungsamt für nicht angebracht gehalten.

„Schon die Ansammlung ist ein krasser Verstoß gegen die Prinzipien, die gerade gelten. Das war fahrlässig und lebensgefährlich“, sagt Polizeisprecher Peter Bandermann.

Betreiber reagiert bei Facebook

Die Supermarkt-Kette Erdemli Stores hat am Mittwochnachmittag bei Facebook auf die Berichterstattung über die Eröffnung reagiert. Der Betrieb läuft, es sind Videos zu sehen, in denen Sicherheitsleute den Einlass regeln und Menschen einzeln und teilweise mit Mundschutz eintreten.

Die Meldungen vom Morgen werden als „Fake News“ bezeichnet, gegen die das Unternehmen anwaltlich vorgehen werde.

So sieht das Ordnungsamt die Situation

Für das Ordnungsamt sagt Stadtsprecher Christian Schön: „Aufgrund technischer Probleme verzögerte sich die Öffnung des Betriebes, mit der Folge, dass sich vor Ort eine größere Menschenmenge ansammelte.“

Der Betreiber sei gebeten worden, vor der Eröffnung Kontakt mit dem Ordnungsamt aufzunehmen. „Dieser Bitte kam er unverzüglich nach und das geplante Konzept zur Einhaltung der Hygienevorschriften nach der

Corona-Schutzverordnung wurde erörtert.“

Danach habe der Öffnung nichts mehr im Weg gestanden. „Nachkontrollen werden stattfinden“, sagt Christian Schön.

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