Polizei überprüft Kontaktverbot: Bürgersteig-DJ muss Musik ausmachen

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Die Polizei Dortmund und das Ordnungsamt überprüfen weiterhin die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung in der Stadt. Dabei fiel nicht nur die Raser-Szene bei den Kontrollen am Wall auf.

Dortmund

, 30.03.2020, 20:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für das zweite Wochenende, an dem Einschränkungen der Versammlungsfreiheit galten, waren in ganz NRW verstärkte Kontrollen an öffentlichen Plätzen angekündigt worden. In Dortmund gab es keine gezielte Kontrolloffensive in Parks und ähnlichen Orten, aber dennoch eine Reihe von Einsätzen.

Die Polizei Dortmund verzeichnete am Samstag (28.3.) 68 und am Sonntag (29.3.) 22 Einsätze im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Dabei ging es fast ausschließlich um die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung, nach der sich nicht mehr als zwei Personen (ausgenommen Familien) zusammen aufhalten dürfen.

Vor einer Bar an der Kampstraße läuft Musik - Polizei stoppt die Feier

Einer der Einsätze führte Beamte am Samstagabend zu einer Bar an der Kampstraße. Wie auf einem Video bei Twitter zu sehen ist, spielte ein DJ auf dem Bürgersteig vor der Bar Musik ab. Einzelne Personen standen verteilt in der Nähe und hören zu.

Die Polizei Dortmund bestätigt auf Anfrage einen Einsatz am Samstagabend. Die Verantwortlichen hätten angegeben, die Aktion vorher mit dem Ordnungsamt abgesprochen zu haben.

Dies ordneten die Beamten aber vor Ort als mögliche Schutzbehauptung ein und nahmen deshalb die Personalien der Beteiligten auf. Ihnen droht ein teures Bußgeld wegen des Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnungen.

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Bei den umfangreichen Kontrollen am Freitag und Samstag von Autofahrern am Wall fielen insgesamt 43 Personen wegen des Verstoßes gegen das Ansammlungsverbot auf. Diese Zahl ist nicht in die 68 Einsätze eingerechnet, weil am Wall auch andere Vergehen verfolgt wurden.

Polizeipräsident Gregor Lange hatte anlässlich der Wall-Kontrollen gesagt: „Wenn den Uneinsichtigen das Verständnis für die aktuelle Situation fehlt, dann muss und wird der Rechtsstaat mit aller Konsequenz durchgreifen. Schützen Sie Leben. Halten Sie sich an die Ansammlungs- und Kontaktverbote.“

Die Bundespolizei leitete am Wochenende an den Bahnhöfen in Dortmund, Essen und Bochum insgesamt 33 Ordnungswidrigkeitsverfahren nach der Corona-Schutzverordnung ein.

Zahl der Einsätze wegen Verstößen gegen Kontaktverbot ist schwankend

Die Einsatzzahlen im Zusammenhang mit der Pandemie sind laut Polizei-Pressestelle schwankend. Am Wochenende 21./22. März, als die Kontaktsperre noch nicht bundesweit galt, es in Dortmund aber schon ein Versammlungsverbot gab, sorgte das für insgesamt 117 Einsätze. Der bisher arbeitsreichste einzelne Tag war der 24. März (Dienstag) mit 81 Einsätzen.

Die Kontrolle des Kontaktverbots ist Aufgabe des städtischen Ordnungsamts. Die Polizei kontrolliert bei eigenen Beobachtungen oder nach Hinweisen aus der Bevölkerung. Zahlen des Ordnungsamts lagen Stand Montag (30.3.), 18.30 Uhr, noch nicht vor.

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