Polizei verteidigt Drohnen-Einsatz zur Kontrolle der Corona-Maßnahmen

hzÜberwachung aus der Luft

Der Einsatz einer Polizei-Drohne zur Überwachung eines Dortmunder Parks hat am Osterwochenende für Aufsehen gesorgt. Jetzt hat sich der Polizeipräsident zur Überwachung aus der Luft geäußert.

Dortmund

, 14.04.2020, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

An Karfreitag (10.4.) hatten Besucher des Tremoniaparks in der westlichen Innenstadt von einem ungewöhnlichen Ereignis berichtet. Über der Grünfläche war eine Drohne aufgestiegen und schwebte einige Zeit lang in der Luft.

Über dem Basketballplatz im Tremoniapark sendete der Quadrocopter eine Lautsprecherdurchsage mit Hinweis auf den Mindestabstand.

Polizei Dortmund bestätigt den Einsatz „in konkreten Einzefällen“

Am Dienstag (14.4.) hat die Polizei Dortmund den „punktuellen Einsatz“ von Drohnen am Osterwochenende bestätigt.

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Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange wird in einer Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Wenn wir in Dortmund in konkreten Einzelfällen auch mal eine Drohne einsetzen, um eine unübersichtliche Situation aufzuklären oder Menschen unter Vermeidung von Kontakt anzusprechen, dann tun wir das mit Zurückhaltung, Augenmaß und unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit.“

Eine lückenlose Kontrolle und Überwachung sei in einer Demokratie „weder geboten noch erfolgversprechend“, so Lange.

Ungewohnt und ein Eingriff in die Privatsphäre

Polizeisprecher Gunnar Wortmann präzisiert auf Anfrage dieser Redaktion, dass es durchaus bewusst sei, dass dieses Mittel für die Bürger ungewohnt sei und als ein Eingriff in die Privatsphäre empfunden werde. „Aber wenn wir diese technischen Möglichkeiten nicht nutzen würden, wären wir der Zeit hinterher“, sagt Gunnar Wortmann.

Gerade bei größeren Gebieten und größeren Menschenansammlungen böten Drohnen aus Sicht der Polizei Vorteile gegenüber der Aufklärung am Boden. Dies gelte speziell in der aktuell sensiblen Lage.

Die Kameras der Drohnen zeichnen laut Polizei keine Bilder auf

Die Quadrocopter sind mit Kameras ausgestattet, zeichnen aber nach Angaben der Polizei aber wohl keine Bilder auf und fertigen den Angaben nach keine identifizierenden Aufnahmen an.

Wann und wo genau Drohnen am Osterwochenende eingesetzt wurden, teilte die Polizei am Dienstag trotz Anfrage nicht mit. Bekannt sind auch Einsätze am Dortmund-Ems-Kanal vor Ostern.

Die Behörde setzt die Hilfe aus der Luft bereits seit einigen Monaten ein. In den vergangenen Wochen gab es etwa Meldungen darüber, dass flüchtende Drogendealer durch eine Drohne aufgespürt wurden.

Es gibt Kritik an den Drohnen - aber sie gehören zum Standard

Der Einsatz von ferngesteuerten Flugobjekten durch Sicherheitsbehörden wird von Datenschützern und Bürgerrechtlern kritisch betrachtet. Manche sehen in der Überwachung von Menschengruppen bereits eine Grenzüberschreitung.

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In Ländern wie Spanien werden Drohnen zur Überwachung und zur Information der Bürger während der Coronakrise an vielen Orten eingesetzt.

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