Polizeieinsatz in Kita: Anrufer droht, Scherben zu verteilen

hzDubioser Telefonanruf

Ein Unbekannter droht am Telefon damit, Scherben auf dem Kita-Gelände des Evangelischen Familienzentrums zu verteilen. Die Kita-Leiterin informiert die Polizei, doch die kann nicht helfen.

Berghofen

, 17.07.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Evangelischen Familienzentrum am Fasanenweg in Berghofen ging alles am Anfang der Woche mit einem Anruf los. „Das Telefon klingelte bei uns, eine Kollegin ging ran und ich hörte wie sie sagte: ‚Jetzt sagen Sie mir doch Ihren Namen, wer sind sie denn? Wo liegen denn die Scherben‘“, erzählt Susanne Amft, Leiterin der Kita und des Familienzentrums in Berghofen. „Wir haben sofort gemerkt, dass da etwas nicht in Ordnung ist.“

Während des Telefonats die Polizei gerufen

Während die Kollegin noch auf der Festnetzleitung mit dem dubiosen Anrufer telefonierte, griff Susanne Amft zu ihrem Handy und informierte die Polizei. In dem Telefonat klagte der Unbekannte über die Kinder, die immer sehr laut seien und erzählte, dass er Scherben verstreut haben wollte, damit die Kinder nicht überall herumlaufen- und fahren konnten.

Polizeieinsatz in Kita: Anrufer droht, Scherben zu verteilen

Das Evangelische Familienzentrum in Berghofen. © Jörg Bauerfeld

Er wolle niemanden verletzen, aber er müsse schlafen. „Für uns war erst einmal klar, dass hier auf dem Grundstück irgendwo Scherben liegen müssen“, sagt Susanne Amft, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte, dass der Anruf ein sogenannter „Scherzanruf“ war. Einen Anruf, den man im Internet bestellen kann.

Für die Polizei eine ernst zunehmende Sache

Für die Mitarbeiter der Kita war die Sache ernst. Auch für die Polizei, die kurze Zeit später am Fasanenweg eintraf. „Wir haben erst einmal alles abgesucht, aber nichts gefunden“, sagt Susanne Amft. Die Polizei nahm den Sachverhalt auf. Für die Beamten ein ganz normaler Fall, dem sie nachgehen mussten. „Die Polizisten haben uns noch gesagt, wenn wir Scherben finden würden sollten wir sofort wieder anrufen“, sagt Susanne Amft.

Die setzte sich sofort an den Computer und schickte eine Nachricht an alle Evangelischen Einrichtungen in Dortmund, um diese zu warnen und erläuterte den Sachverhalt. Aus Höchsten gab es eine Antwort. Hier hatte es genau den gleichen Anruf mit dem identischen Wortlaut gegeben. Die Kollegin vom Höchsten hatte im Internet nach diversen Schlagwörtern gesucht und ist auf einer einschlägigen Seite fündig geworden.

Am Ende entscheidet die Staatsanwaltschaft

Im Netz können diese Art von „Scherzanrufen“ in Auftrag gegeben werden und unter den Texten, die man auswählen kann, war eben auch der mit den Glasscherben. Damit war auch in Berghofen klar, dass der Anruf ein Fake war. „Ich habe dann sofort die Wache in Aplerbeck angerufen, geschildert was denn los ist. Nicht dass das ein großer Verwaltungsakt werden würde“, sagt Susanne Amft.

Scheinbar liegen diese Anrufe in einer Grauzone, bei der die Personen nicht belangt werden können. „Es ist schwierig, da direkt einen Straftatbestand zu erkennen“, sagt Sven Schönberg von der Pressestelle der Dortmunder Polizei. Am Ende müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob ermittelt wird oder nicht.

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