Privat-Schulden mit Firmengeld bezahlt

19.11.2007 / Lesedauer: 2 min

"Irgendwie drückte es überall", so der 45-jährige Dortmunder. Um seine eigenen finanziellen Löcher zu stopfen, zweigte er Firmengelder ab. Wegen Unterschlagung in sechs Fällen verurteilte Amtsrichter Sebastian Hans den Mann deshalb gestern zu einer Geldstrafe von 900 Euro.

Es geht laut Anklage um eine Summe von mehr als 15 000 Euro. Im Unternehmen seines Arbeitgebers hatte der 45-Jährige die Aufgabe, Einnahmen auf das Firmenkonto einzuzahlen. Im November und Dezember 2005 landeten Tausende Euro aber eben nicht dort, sondern in seiner privaten Tasche.

"Ich war damals in Schwierigkeiten", so der Angeklagte. Er habe sich eine Eigentumswohnung gekauft. Und dabei sei er selbst über den Leisten gezogen worden, ergänzte sein Verteidiger. Mittlerweile ist sein Mandant seinen Job los, ist arbeitslos gemeldet und als Ein-Euro-Jobber unterwegs. "Wenn ich Arbeit habe, werde ich das auch zurückzahlen. Im Moment geht das nicht", so der 45-Jährige gestern. Ohne Umschweife gab er während des Verfahrens die Unterschlagung zu.

Er glaube dem Angeklagten, dass er da so hineingeschlittert sein, sagte Richter Hans in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe das Geld zur Finanzierung der Eigentumswohnung gebraucht. Daher seien seine Fehltritte eher eine Verzweiflungstat. Trotzdem sei der Schaden hoch.

Mit der Geldstrafe von 900 Euro, zusammengesetzt aus 90 Tagessätzen à zehn Euro, hat der Angeklagte gerade noch einmal Glück gehabt: Erst ab 91 Tagessätzen würde die Strafe im Führungszeugnis des Verurteilten auftauchen. tina

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