Private Kitas im Süden von Dortmund bekommen 48.000 Euro

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Sonnensegel, Sandkasten oder Spielgeräte: Dauert es bei sechs Elterninitiativen im Dortmunder Süden nur wenige Monate, Geld zu verbauen, sieht es bei städtischen Einrichtungen anders aus.

Schüren

, 29.10.2019, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ging um 48.000 Euro, die die Bezirksvertretung Aplerbeck aus ihrem Haushalt 2019 an sechs Elterninitiativen verteilt hat. Und gerade wenige Monate später ist das Geld verbaut. Wir haben uns bei einer der Elterninitiativen umgesehen und nachgefragt, warum es bei städtischen Einrichtungen so viel länger dauern würde.

? Um welche Einrichtung handelt es sich und wie hat man dort das Geld umgesetzt? Es handelt sich um die Kita Lummerland an der Adelenstraße in Schüren. Hier wurde von den 8000 Euro eine neue Markise an der Südseite der Einrichtung angeschafft.

? Warum hat die Bezirksvertretungen unter anderem diese Einrichtung so großzügig finanziell bedacht? Es sei wohlüberlegt gewesen, so Jan Gravert (SPD). Die Unterstützung ist auch dem „Umsetzungsstau“ geschuldet, der bei städtischen Projekten seit einiger Zeit zu erkennen sei. Es seien gezielt Projekte gesucht worden, bei denen das Geld schnell „verbaut“ werde, so Gravert.

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? Was ist der Grund dafür, dass es bei privaten Einrichtungen schneller geht, das Geld in Projekte zu investieren? Einmal schafft die Stadt zu meist mehrere Spielgeräte an. Also nicht nur für eine Kita, sondern gleich für zwei oder drei. Dann braucht es bei städtischen Maßnahmen eine Ausschreibung und dazu kommt eine umfangreichere Planung. Als Reaktion darauf sei man auf die Elterninitiativen zugegangen. Wenn man mit privaten Organisationen kooperiere, sei die Zusammenarbeit immer positiv und eine schnelle Umsetzung garantiert, so Gravert.

? Gibt es auch Gegenbeispiel, wie lange die Umsetzung von Projekten an städtischen Einrichtungen dauert? Ja, so war ein Fahrradständer an der Friedrich-Ebert-Grundschule in Schüren geplant. Das Geld dafür sei vor drei Jahren von der Bezirksvertretung Aplerbeck bereitgestellt worden „und erst jetzt sei er aufgebaut worden“, sagt Heinrich Fisseler (CDU).

? Denkt man innerhalb der Bezirksvertreung noch einmal über eine finanzielle Zuwendung für die Elterninitiativen in dieser Höhe nach? Möglich wäre es, aber laut den Politikern stünden bei der nächsten Haushaltsplanung erst einmal andere Prioritäten an. So könnten es diesmal beispielsweise Fördervereine von Schulen sein, die sich über eine finanzielle Hilfe freuen könnten. Denn auch dort wird das Geld schnell unter die Leute gebracht und Projekte nicht auf die lange Bank geschoben.

? Heißt das, dass die Elterninitiativen jetzt leer ausgehen? Nein, es wird auch weiter Fördermittel seitens der BV geben. So bekommt die „Kleine Raupe“ an der Schüruferstraße Geld für die Ausstattung eines Turnraumes und „Lummerland“ noch einen Nachschlag für ein Gewächshausprojekt.

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