Programmkino „Camera“ ist dicht - aber es gibt Hoffnung

hzNordstadt

Das Kino „Camera Lichtspiele“ an der Mallinckrodtstraße hat geschlossen - obwohl es eigentlich stets hieß, der Betrieb gehe weiter. Offenbar gibt es schon Pläne für den Standort.

Nordstadt, Dortmund

, 11.02.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon seit Oktober vergangenen Jahres brennt in dem Programmkino „Camera“ an der Mallinckrodtstraße kein Licht mehr. Die Filmplakate, die an den Türen hängen, sind längst veraltet.

Jetzt steht fest: Die Inhaberin der „Camera Lichtspiele“ wird das Kino nicht weiterführen - doch es gibt Hoffnung, dass dies trotzdem nicht das endgültige Ende der „Camera“ ist.

Defekter Projektor führte zur Schließung

Am 22. Oktober hängte die Inhaberin einen Zettel in den Schaukasten vor dem Kino: Die „Camera“ bleibe bis auf Weiteres geschlossen, stand dort. Der Projektor des Kinos sei kaputt gegangen.

Im Dezember verkündete die Inhaberin auf der Webseite des Kinos: „Die Instandsetzung unseres Projektors ist so gut wie abgeschlossen. Bald geht es weiter.“

Am 20. Dezember sollte es eigentlich wieder los gehen - doch die Türen blieben weiterhin geschlossen. Mittlerweile steht fest: Der kaputte Projektor war ausschlaggebend dafür, dass die Inhaberin beschloss, das Kino zu verkaufen. Auch altersbedingte Gründe sollen dabei eine Rolle gespielt haben.

Interessenten wollen Kino weiterführen

Kürzlich wurde im Internet ausgemistet: Die Webseite des Programmkinos, das für sein anspruchsvolles Filmprogramm bekannt ist, ist nicht mehr online, ebenso wenig die Facebook-Seite. Auch die Inhaberin war für ein Gespräch nicht erreichbar.

Doch ein paar Dortmunder wollen das Programmkino an der Mallinckrodtstraße nicht so einfach aufgeben: Es gibt Interessenten, die das Kino weiterführen möchten. Nähere Details, ob und wann die Camera wieder Filme zeigen wird, sind allerdings noch nicht bekannt.

Die Camera ist eines der letzten Programmkinos in Dortmund. Ursprünglich besaß die scheidende Inhaberin der Camera auch das Kino Roxy an der Münsterstraße.

Tradition als Programmkino

Das Roxy war 1979 als erstes Programmkino der Stadt gestartet, hervorgegangen aus einem alternativen Filmclub in einem Nordstadt-Hinterhof an der Altonaer Straße. Vier Jahre später übernahm das Betreiber-Trio auch die Camera an der Mallinckrodtstraße. Mehrfach wurden die Kinomacher für ihre Programme ausgezeichnet und mit Förderpreisen bedacht.

Das Roxy ist 2011 von der letzten verbliebenen Gründerin in andere Hände übergegangen. Es hält während der Schließung der Camera nun die Fahne der Programmkinos in der Nordstadt hoch.

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