Prostitution auf offener Straße? Das sagt die Polizei in Aplerbeck dazu

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Die Situation auf dem Marsbruchplatz in Aplerbeck ist das Gesprächsthema vor Ort. Die Polizei widerspricht nun Anwohner-Kritik – und wehrt sich gegen den Vorwurf, zu nachlässig zu sein.

Aplerbeck

, 22.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Spruch einer Jugendlichen, „Ich mach‘s Dir für nen Zwanni“, sorgt in Aplerbeck für Zündstoff. Doch die Polizei sieht den Spruch eher als Provokation. Eine solche Aussage impliziere, dass es in Aplerbeck einen Straßenstrich gibt. Das sei aber falsch, sagt der Leiter der Aplerbecker Polizeiwache, Uwe Lichtenfeld.

Er arbeitet seit August 2019 auf der Aplerbecker Wache, hat sich aber nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Monaten ein gutes Bild des „Jugendproblems“ in Aplerbeck machen können.

Mit Sprüchen provozieren

Blicke man auf die Einsatzzahlen der Polizei, gebe es ein solches Jugendproblem gar nicht, erklärt Lichtenfeld. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es durchaus Jugendliche gibt, die extrem provozieren wollen. „Auch mit extremen Sprüchen“, sagt Lichtenfeld. Und so sei eben auch der Spruch „Ich mach‘s Dir für nen Zwanni“ einzuordnen. „Einfach falsch“sei es dagegen, den Satz mit Prostitution in Verbindung zu bringen.

Prostitution auf offener Straße? Das sagt die Polizei in Aplerbeck dazu

Uwe Lichtenfeld ist der neue Leiter der Polizeiwache Aplerbeck. © Jörg Bauerfeld

Zwar liege der Marsbruchplatz für Jugendliche günstig. Dort befindet sich die Endhaltestelle der U-Bahnlinie U47, Schulen liegen in der Nähe. Deshalb träfen sich rund um den Platz viele Jugendliche zum Chillen. Aber: „Größere Probleme hab ich hier nicht erlebt“, sagt Lichtenfeld.

Auf die Jugendlichen habe man durchaus ein wachsames Auge. Wenn ihr Verhalten nicht mehr im Rahmen bliebe, würden Ordnungsamt und Polizei einschreiten. „Wenn man meint, man muss mit uns robust umgehen, dann bekommen die Jugendlichen auch eine robuste Polizei“, sagt Lichtenfeld.

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Auch zum Problem mit explodierenden Polenböllern, über die sich Anwohner im Ortskern immer wieder beklagen, hat Lichtenfeld eine klare Meinung: Das sei natürlich eine Ruhestörung, aber eine Gefahrensituation sei nicht gegeben.

Das belege die Auswertung des Verpackungsmaterials, das bei den Böller-Würfen im Sommer auf den Biergarten am Schloss Rodenberg gefunden wurde. „Das waren alles Dinge, die in Europa frei verkäuflich sind. Jeder ab 18 Jahre kann die erwerben“, sagt Lichtenfeld.

Polizei: Ruhestörungen haben nicht oberste Priorität

Die Sache mache das zwar nicht besser, sagt der Wachleiter. Doch Ruhestörungen hätten für die Polizei keine oberste Priorität. „Wir haben auch ein Auge auf den Alkoholkonsum im Ortskern“, sagt Lichtenfeld. Die Besitzer der Kioske am Marsbruchplatz wurden mehrmals darauf hingewiesen, keinen Alkohol an Jugendliche abzugeben und sich an die Gesetze zu halten – prophylaktisch.

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Vorwürfe, die Polizei handele im Aplerbecker Ortskern nachlässig, kann Lichtenfeld nach eigenen Angaben überhaupt nicht nachvollziehen. „Wenn die Kollegen im Einsatz sind, wie zum Beispiel bei einem schweren Unfall oder in Fällen häuslicher Gewalt, haben diese Dinge Priorität“, sagt Lichtenfeld.

Jugendarbeit in Aplerbeck funktioniere

Aber man nehme jeden Bürger ernst, der sich wegen einer Ruhestörung melde. Und das sei auch wichtig. Die Informationen würden gesammelt und man könne dann dagegen angehen. Die Bürger sollten sich dann an das Bürgertelefon des Ordnungsamtes unter Telefon 0231 50-28888 wenden oder bei der 110 (Polizei).

„Die Zusammenarbeit zwischen Ordnungsamt, Jugendamt, Politik und der Polizei ist hier in Aplerbeck sehr gut“, sagt Lichtenfeld. Und ergänzt: Es passiere etwas. Die „aufsuchende Jugendarbeit“ des Jugendamtes sei ein erster Schritt – um für Ruhe im Aplerbecker Ortskern zu sorgen.

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