Prozess um Messerangriff in der Nordstadt: „Ich hatte Angst, zu sterben“

hzGerichtsprozess

Wer sagt die Wahrheit und wer nicht? Im Prozess um eine Messerattacke in der Nordstadt hat das Schwurgericht am Mittwoch das Opfer vernommen. Von Notwehr will dieser Mann nichts wissen.

Dortmund

, 27.05.2020, 18:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei einer Messerattacke in der Nordstadt war im November 2019 ein 22-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt worden. Die Klinge hatte seinen Darm durchstochen und für weitere innere Verletzungen gesorgt. „Ich hatte Angst zu sterben“, sagte das Opfer nun vor dem Schwurgericht aus.

Dort wird seit Mitte Mai wegen versuchten Totschlags gegen einen gleichaltrigen Mann verhandelt. Der Angeklagte räumt zwar ein, seinem Kontrahenten die schweren Verletzungen zugefügt zu haben. Er will jedoch damals zuerst angegriffen worden sein und sich deshalb nur gewehrt haben.

Opfer: Der erste Messerstich kam aus heiterem Himmel

Von einer solchen Notwehr-Situation will das Opfer nichts wissen. Ja, es habe Streit gegeben, sagte er den Richtern. Einen Anlass, mit dem Messer auf ihn loszugehen, habe er dem Angeklagten jedoch zu keiner Zeit gegeben. Für ihn sei der erste Messerstich aus heiterem Himmel gekommen. Und danach sei es für ihn nur noch um eins gegangen: lebend aus dem Streit herauszukommen.

Jetzt lesen

„Das Messer ging rein und raus, rein und wieder raus“, beschrieb der Zeuge die dramatischen Momente. Er habe um Hilfe geschrien und es irgendwann tatsächlich geschafft, das Zimmer zu verlassen. „Vor der Tür bin ich aber sofort zusammengebrochen“, so der 22-Jährige.

Wie das Gericht den Fall bewertet, soll sich am kommenden Freitag, 29.5., zeigen.

Lesen Sie jetzt