Prozess: Verkaufte Kiosk-Betreiber Wodka?

DORTMUND Zwei Mädchen im Vollrausch und ein Kiosk-Betreiber unter schlimmem Verdacht: Der Mann soll den Schülerinnen Wodka verkauft haben. Am Mittwoch erreichte der Fall das Amtsgericht.

von Von Martin von Braunschweig

, 10.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Die Polizisten kamen als Streit-Schlichter, hatten dann aber schnell alle Hände voll zu tun. Bei ihrem Einsatz auf einem Schulhof im Dortmunder Westen stießen sie am 17. Mai vergangenen Jahres auf zwei Freundinnen mit glasigen Augen. Der Röhrchen-Test brachte schließlich Gewissheit: Die beiden Schülerinnen hatten die auf dem Boden liegende Flasche Wodka Stepanoff ausgetrunken. Bei beiden wies das Gerät rund 1,0 Promille aus. Die 14-Jährigen kamen in die Kinderklinik.

Später sollen die Schülerinnen dann den Kiosk-Betreiber als Wodka-Quelle enttarnt haben. Der jedoch will davon nichts wissen. „Die besorgen sich das Zeug woanders, und weil sie nicht wollen, dass dieser Kiosk auffliegt, haben sich mich da reingezogen“, sagte er gestern im Amtsgericht. Zwar müsse er zugeben, dass Wodka Stepanoff zu seinem Sortiment gehöre. „Aber den kriegen sie garantiert in fast jedem Kiosk“, sagte der Mann.

Seine Tochter sprang ihm helfend zur Seite. Die angehende Juristin und Gelegenheits-Aushilfe in der Trinkhalle sagte als Zeugin: „Ich kenne die Mädchen, und ich weiß, dass sie an diesem Tag nicht bei uns eingekauft haben. Wir verkaufen keinen Wodka an Minderjährige.“

Richter Gerhard Breuer will nun noch die beiden Schülerinnen selbst zu dem Vorfall befragen. Bleiben sie dann bei ihrer Aussage, könnte es für den Kiosk-Betreiber ernst werden. In der Welt ist bereits ein Bußgeldbescheid von 500 Euro, der dann wohl bezahlt werden müsste.

Sollte die Geschichte jedoch nicht stimmen und der Wodka tatsächlich von einem anderen Kiosk stammen, droht den beiden Schülerinnen Ärger. Eine Anzeige wegen falscher Verdächtigung wäre dann wohl unausweichlich. Außerdem müssten sie doch noch ihre tatsächliche Wodka-Quelle nennen."

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