Rudolf Mintrop hat bereits vor Monaten angekündigt, sich Ende 2021 vorzeitig in den Ruhestand zurückzuziehen. © Dieter Menne (Archiv)
„Todespfleger-Prozess“

Prozessbeginn für Dortmunds Klinikum-Chef Mintrop angekündigt

Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Klinikums Dortmund muss sich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf lautet „Totschlag durch Unterlassung“ - es geht um 63 tote Menschen.

Wegen Mordes in 85 Fällen ist der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel im Juni 2019 schuldig gesprochen worden. Im Gefängnis muss er eine lebenslange Freiheitsstrafe absitzen. Nun kommt es in diesem Zusammenhang zu einem Prozess mit Dortmunder Beteiligung.

Mintrop war Vorgesetzter von Högel

Rudolf Mintrop, der Vorsitzende der Geschäftsführung des Klinikums Dortmund, war kurz nach der Jahrtausendwende Vorgesetzter von Högel am Klinikum Oldenburg. Im Jahr 2001 ist es dort zu einer auffälligen Häufung von Notfällen und Wiederbelebungen gekommen.

Mintrop habe damals davon erfahren, sei aber nicht tätig geworden, so der Vorwurf der Ermittler. Inzwischen sind Högel drei Oldenburger Morde nachgewiesen worden, die nach diesem Datum passiert sind. Nach einem Jobwechsel sind 60 weitere Taten in Delmenhorst hinzugekommen.

Totschlag durch Unterlassung in 63 Fällen lautet demnach der Vorwurf, wegen dem sich Mintrop am Landgericht Oldenburg verantworten muss. Nun ist auch ein möglicher Prozessbeginn angekündigt worden. „Die Hauptverhandlungstermine sollen voraussichtlich in der Zeit ab Februar 2022 stattfinden“, heißt es vom Gericht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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