Qualmen im Club

DORTMUND Kann ein Gastwirt durch die Gründung eines Clubs mit geschlossener Gesellschaft das drohende Rauchverbot in Gaststätten zum 1. Juli umgehen? Darauf hofft zumindest Omid Ghorbanazar, Pächter der Ratsschänke am Friedensplatz.

von Von Bianca Belouanas und Stefanie Pennekamp

, 14.01.2008, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Qualmen im Club

Das Rauchverbot für Gaststätten zum 1. Juli umgehen: Das möchte Omid Ghorbanazar, Pächter der Ratsschänke am Friedensplatz. Mit einem Zigarrenclub will er das Verbot ausbremsen, das Ordnungsamt hat seine Zweifel, dass das klappt. Endgültige Regelungen stehen noch aus.

Anstatt das Einraumlokal ab dem 1.7. generell zur rauchfreien Zone zu erklären, will der 37-Jährige dies nur auf die umsatzschwache Zeit unter der Woche beschränken. Am Wochenende hingegen möchte er die Türen für Mitglieder seines eigens gegründeten „Zigarrenclub de Luxe“ öffnen, die dort dank eines clubeigenen Lichtbildausweises nach Herzenslust ihrer Sucht frönen dürfen.

Da das einer geschlossenen Gesellschaft gleich komme, sei das seiner Meinung nach auch kein Problem.Ordnungsamtsleiter Ortwin Schäfer sieht das anders. „Dazu müsste ein Wirt schon einen eingetragenen Verein mit Vorstand, Kassenwart, etc. gründen“, sagt er. Alles müsse Hand und Fuß haben, eine „fadenscheinige Attrappe“ genüge da nicht.

Der Verein müsse die Räumlichkeiten für die Wochenenden anmieten – und sei es nur für einen symbolischen Preis von einem Euro. „Dann gilt das Ganze als geschlossene Gesellschaft, die tun und lassen kann, was sie will – so wie auch jede Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaft“, erklärt Schäfer.

Der „Schutz der Allgemeinheit“, wie ihn das Nichtraucherschutzgesetz vorsieht, sei durch das Rauchen in einem solchen Verein durchaus gewährleistet. Schließlich hätten Nicht-Mitglieder keinen Zutritt. Lasse der Wirt sie trotzdem ein, müsse er bei einer Kontrolle mit einer Anzeige rechnen, so der Ordnungsamtsleiter.

Ob Club und Verein nun rechtlich gleichzusetzen sind, ist bisher nicht geklärt, sagt Annette Meuleman, Sachbearbeiterin beim Ordnungsamt. „Dazu haben wir vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales noch keine rechtlich verbindlichen Auskünfte erhalten“, so Meulemann.Auch Claus Altendorf, Geschäftsführer beim Hotel- und Gaststättenverband will sich zu dem Thema noch nicht verbindlich äußern: „Notfalls werden das die Gerichte klären müssen. Ende Januar haben wir eine Kreisversammlung, da steht das Thema ganz oben auf der Tagesordnung.“

Im „Heimes“ im Brückstraßenviertel ist das Modell, wie es der Ratsschänken-Pächter anstrebt, nicht denkbar. Inhaber Holger Heimes: „Da wir ein Tagesgeschäft sind, funktioniert das bei uns nicht.“ Auch Edmund Urbanus vom „Leed‘s Pub“ weist darauf hin, dass die Idee eines Clubs nie ein Thema gewesen sei. „Meine Chefin hat gesagt, dass die Aschenbecher auf die Tische im Außenbereich kommen, und so werden wir das auch handhaben“, sagt der 30-Jährige.

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