Der Autokorso von „Querdenken“ musste in der siebten Ausgabe durch Schnee fahren. © Oliver Schaper
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„Querdenken“-Korso fährt viel hin und her – zwei Strafverfahren eingeleitet

Zum siebten Mal fuhr ein „Querdenken“-Autokorso am Dienstag (6.4.) durch Dortmund. Diesmal ging es in der Nordstadt los. Ärger gibt es wegen einer gefälschten Polizeimeldung.

Zum siebten Mal fuhren die Coronaschutz- und Impfgegner von „Querdenken“ am Dienstag (6. April) mit einem Autokorso durch Dortmund. Waren sie in der vergangenen Woche noch im Dortmunder Süden gestartet, trafen sie sich diesmal an der Eberstraße in der Nordstadt – dem Ziel der vergangenen Demo.

Bereits gegen 18 Uhr trafen sich dort die ersten Demo-Teilnehmer – trotz des wechselhaften April-Wetters mit Schnee und Schauern.

Konfrontation von Querdenkern und Presse kurz vorm Start

150 Autos waren für den Autokorso angemeldet, in der Vergangenheit nahmen aber häufig weniger Autos als angemeldet teil. Und das war auch diesmal der Fall – nur 33 Fahrzeuge, so die Polizei.

Kurz vor dem Start der Demonstration gab es noch eine Konfrontation zwischen Querdenken und Presse: Zwei Teilnehmende fragten Pressevertreter (darunter auch unser Reporter) nach ihren Presseausweisen, was eigentlich nur die Polizei darf.

Nach eigenen Angaben könnten sie das als Versammlungsleitung tun. Und es sei ein Versuch ihrerseits, die Wogen zu glätten – die Presse würde ja mit ihrer Anwesenheit oft nur stören. Auf dem Flyer der Versammlung wurde zudem darauf hingewiesen, dass Pressevertreter akkreditiert werden müssen.

Immer wieder kommt es zu Anfeindungen bei Querdenken-Versammlungen gegenüber der Presse. Bei der Großdemonstration in Stuttgart (3. April) wurden Journalisten gezielt angegriffen.

Schleifen durch Dortmund

Der Autokorso fuhr um 19.08 Uhr los. Aus „einsatztaktischen Gründen“ gab die Polizei vorab nicht bekannt, auf welcher Route die Querdenker durch Dortmund fahren wollen. Im weiteren Verlauf blieb die Informationslage zur Route ähnlich, da man auch „an brenzligen Orten“ vorbeifahren würde.

Die Route führte schlussendlich mit vielen Schleifen durch die Stadt. Über die Schützenstraße, den Wallring am Hauptbahnhof vorbei, ging es Richtung Ostwall. Hier verließ der Tross den Wall und fuhr weiter Richtung Osten über den Hellweg bis nach Brackel. Von hier ging es zurück Richtung Innenstadt, über die Hohe Straße und Strobelallee am Stadion vorbei.

Anschließend fuhr der Korso dann wieder Richtung Nordstadt, um gegen 21.41 Uhr wieder am Ausgangspunkt zu enden. Die Versammlung verlief nach Angaben der Polizei störungsfrei – im Nachgang sei lediglich ein Verfahren wegen Beleidigung eingeleitet worden.

Parallel fanden zwei Gegendemonstrationen statt. Um 19 Uhr sammelten sich rund ein Dutzend Menschen vor dem Fußballmuseum – die Partei „Die Partei“ hatte eine Kundgebung angemeldet. 19 Antifaschisten protestierten zur selben Zeit an der Ecke Bornstraße / Missundestraße.

Im Vorfeld der Demo kursierte laut Polizei offenbar eine gefälschte Pressemitteilung der Polizei in den Messengerdiensten. Hierzu wurde ein Strafverfahren wegen Amtsanmaßung eingeleitet.

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1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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Redakteur
Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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