Radfahrer auf erlaubten Abwegen

04.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wenn Ihnen als Autofahrer auf der Möller- und Lindemannstraße ein Radfahrer oder eine Radfahrerin auf der Fahrbahn begegnet, bitte nicht wundern oder gar hupen. Er oder sie fährt da zu recht - trotz der unmittelbar benachbarten Radwege. Denn die können, müssen aber nicht mehr benutzt werden. Weil sie schmal und verwinkelt sind.

Die Stadt - die bekanntlich seit dem vergangenen Jahr zum Arbeitskreis der fahrradfreundlichen Gemeinden gehört - hat deshalb die Benutzungspflicht für die Radwege an dem Straßenzug aufgehoben. Und folgt damit einer Forderung des Grünen-Ratsherrn Manfred Krüger-Sandkamp (Foto). Er macht seit langem darauf aufmerksam, dass viele Radwege nicht den aktuellen Anforderungen der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Die schreibt u.a. eine Mindestbreite für Radwege vor, die (nicht nur) an Lindemannstraße und Möllerstraße deutlich unterschritten wird. "In den 80er und 90er Jahren wurden viele Radwege nicht für Radfahrer gebaut, sondern nur, um die Straßen für den Autoverkehr frei zuhalten", stellt Manfred Krüger-Sandkamp fest. Manche dieser "Alibi"-Radwege seien so eckig angelegt, dass sie "selbst für Kunstradfahrer" schwierig zu bewältigen seien.

Zumindest im Fall Möller-/Lindemannstraße hat sich die Stadt den Bedenken angeschlossen. "Mit dem Wegfall des Straßenbahnverkehrs in der Lindemannstraße ist auch ein Gefahrenpotenzial für den Radverkehr entfallen", glaubt Stadtdirektor Ullrich Sierau. Wobei die Radler natürlich nicht auf die Straße gezwungen werden. Wer dem starken Autoverkehr aus dem Wege gehen will, kann weiterhin auf dem farblich markierten Radstreifen auf dem Gehweg fahren, "geübte Radfahrer" können aber auch die Fahrbahn nutzen.

Sorge Sieraus ist nun aber, dass Autofahrer in Unkenntnis der Regeln "unfaires Handeln gegenüber Radfahrern auf der Fahrbahn" zeigen. Also: Bitte nicht hupen. Oli

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