Radfahrer vor Autos: Innenstadt soll zwei Fahrradstraßen bekommen

hzVerkehrsplanung

Die Stadt Dortmund will die Einrichtung von Fahrradstraßen vorantreiben. Im Rahmen des Programms „Emissionsfreie Innenstadt“ hat sie auch zwei Straßen in der östlichen Innenstadt im Blick.

Dortmund

, 13.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Fahrradstraße, auf der Radfahrer Vorrang haben, gibt es bislang nur im Kleinformat in Aplerbeck. Aber es sind zahlreiche neue Fahrradstraßen vor allem in der Innenstadt geplant. Sie sollen ein Instrument sein, um den Radfahrverkehr in Dortmund wirksam zu fördern.

Schon länger diskutiert, aber bislang noch nicht baulich voran gekommen ist die Umwandlung von Großer Heimstraße und Sonnenstraße im Kreuzviertel in Fahrradstraßen als Teil des Radschnellwegs Ruhr. Darüberhinaus sollen aber auch an anderen Stellen Fahrradstraßen rund um das Stadtzentrum entstehen. Möglich machen soll es das Förderprogramm Emissionsfreie Innenstadt.

Jetzt lesen

Auf den Weg bringen wollen die Verkehrsplaner jetzt zwei Fahrradstraßen in der östlichen Innenstadt. Dazu sollen die Arndtstraße zwischen Heiliger Weg und Goebenstraße und die Straße Lange Reihe von der Von-der-Tann-Straße bis zum Ende in Körne entsprechend umgewidmet werden. Der Rat soll darüber nun entscheiden.

Neue Markierungen und Beschilderungen

Der bauliche Aufwand hält sich auch hier in Grenzen, wie Planungsdezernent Ludger Wilde am Dienstag (12.5.) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands erläuterte. „Es müssen Beschilderung und Fahrbahnmarkierungen geändert sowie Parkregelungen neu geordnet werden“, erklärte er.

Der Ausbau der Arndtstraße zwischen Goebenstraße und Heiliger Weg erleichtert nach Überzeugung der Verkehrsplaner die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Fahrrad aus östlicher Richtung.

„Auf dieser Route von der Goebenstraße entlang der Arndtstraße bis zum Ostwall kann der Radverkehr unabhängig von den Hauptverkehrsstraßen geführt werden“, heißt es. „Darüber hinaus führt die Olpe als Verlängerung der Arndtstraße direkt auf den Friedensplatz und damit zu zentralen Zielen in der Innenstadt.“

Für den Autoverkehr soll die bestehende Einbahnstraßen-Regelung in Richtung Osten in der Arndtstraße bestehen bleiben. Der Radverkehr soll aber in beiden Richtungen möglich sein - und das dann mit Vorrang.

Anbindung an große Fahrradrouten

Die Straße Lange Reihe soll vom Ostfriedhof bis zum Spielplatz Düsterstraße/Kirschbaumweg zur Fahrradstraße werden. Sie wäre dann auch ein wichtiges Bindeglied zu weiteren schon bestehenden und geplanten Fahrradrouten - nämlich dem sogenannten Bananenradweg östlich des Ostfriedhofs und dem geplanten Gartenstadt-Radweg, der über die Düsterstraße in Körne zu erreichen sein wird.

Außerdem soll der Radschnellweg Ruhr (RS1) voraussichtlich entlang der Bahntrasse der S-Bahnlinie S4 führen - und damit in Körne parallel zur Langen Reihe.

Jetzt lesen

Konsequenzen hat die geplante Umwandlung zu Fahrradstraßen nicht nur für fahrende, sondern auch parkende Autos. „Um die für eine Fahrradstraße notwendigen Mindestmaße von 4,50 Meter plus Sicherheitsraum zu parkenden Fahrzeugen zu erreichen, muss in der Langen Reihe das Parken in manchen Abschnitten geändert werden“, kündigt die Verwaltung an.

„In der Arndtstraße muss das heute bereits angeordnete, jedoch nicht eingehaltene Längsparken verstärkt kontrolliert und im Zweifel auch geahndet werden.“

Dafür sollen dann auch die Verkehrskontrollen ausgeweitet werden. Mit Info-Material soll über die neuen Regeln aufgeklärt und um Akzeptanz geworben werden.

Neuordnung der Parkplätze

Für eine möglichst große Akzeptanz und die Einhaltung der Neuregelungen wird mit angepasstem Informationsmaterial umfassend über die geltenden Verkehrsregeln in Fahrradstraßen sowie die vorgeschriebene Parkanordnung informiert.

Wenn die Politik den Plänen zustimmt, sollen die Aufträge zur Umgestaltung und Beschilderung noch in diesem Jahr ausgeschrieben und vergeben werden. Die

Umsetzung ist für Anfang 2021 geplant. Die Kosten in Höhe von voraussichtlich 86.000 Euro werden aus EU- und Landesmitteln zu 80 Prozent gefördert.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt