Radikale Einschnitte für Autoverkehr gefordert: Straßenumbau für Räder

hzRadverkehr in Dortmund

Vorfahrt fürs Fahrrad, das fordern die Aplerbecker Grünen schon lange. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß. An bestimmten Kreuzungen sollen Radfahrer nun uneingeschränkt Vorfahrt haben.

Aplerbeck

, 25.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kopenhagen, die Hauptstadt Dänemarks, gilt als das große Vorbild, was fahrradfreundliche Städte angeht. Wenn es nach den Aplerbecker Grünen geht, soll es Dortmund bald gleichtun oder zumindest in ein ähnliche Richtung gehen. Nur wie?

„Wir wollen eine Umkehrung der Situation, zumindest an einigen Punkten“, sagt Benjamin Beckmann, Mitglied der Grünen in der Bezirksvertretung in Aplerbeck. Eine Umkehrung bedeutet in diesem Fall: Vorfahrt für Fahrräder. Im Stadtbezirk Aplerbeck soll es an drei wichtigen Bereichen bald soweit sein.

„Sinnvoll und logisch“

„Das ist die lebendig gewordene Verkehrswende. Wir halten das für sinnvoll und logisch“, sagt Beckmann. Im Auge haben die Grünen den Emscherweg. Beziehungsweise die Stellen, an denen der stark frequentierte Rad- und Fußweg Straßen kreuzt.

In Ostwestfalen gilt an einigen Stellen schon Vorfahrt für Radfahrer.

In Ostwestfalen gilt an einigen Stellen schon Vorfahrt für Radfahrer. © Stadt Paderborn

Und hier soll es Umbauten geben. An den Kreuzungen soll die Spur für die Autos einspurig gemacht werden, um das Tempo zu vermindern. Die Fahrbahn für Radfahrer soll rot markiert werden, wie es in der Dortmunder Innenstadt schon an prägnanten Punkten geschehen ist und die Fahrräder sollen Vorfahrt haben.

Beispiel gibt es schon in Paderborn

Ein gutes Beispiel für diese „Fahrradkreuzungen“ gibt es schon in Paderborn. „Eine beispielhafte Umsetzung“, nennt Barbara Blotenberg, Sprecherin der Grünen in der Bezirksvertretung, die baulichen Maßnahmen in Ostwestfalen.

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Und ganz nach diesem Beispiel haben die Grünen auch im Stadtbezirk Aplerbeck schon drei Punkte ausgeguckt, an denen die Fahrbahn für Autos verengt und freie Fahrt für Fahrräder umgesetzt werden soll.

Bezirksvertretung muss entscheiden

Neben der Schweizer Allee sind das die Abteistraße und die Vieselerhofstraße. Einen Haken hat das Ganze aber noch. Der Antrag der Grünen muss erst noch in der Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck am Dienstag (8. September) von den anderen Parteien für gut befunden werden.

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Beckmann gibt sich aber optimistisch: „Wenn wir die Verkehrswende wirklich wollen, dann müssen wir so langsam damit anfangen.“ Gerade an den Punkten, wo ein Radweg eine Straße kreuzt, würde es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommen.

Kopenhagen Westfalens müsse man auch wollen

„Wenn wir was für die Radfahrer tun wollen, dann muss man auch einmal die Autofahrer anfassen. Wenn man immer am Status quo festhält, dann verändert sich nichts“, so Beckmann. „Das Kopenhagen-Westfalens, wie es immer gerne in der Dortmunder Politik beschworen wird, das muss man auch wollen. Das gibt es nicht geschenkt.“

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