Verwaltung und Politiker in Dortmund müssen jahrelang in Ausweichquartieren arbeiten

hzRathaus-Sanierung

Im kommenden Jahr müssen Dortmunds Stadtpolitiker ein Ausweichquartier beziehen. Auch für die Verwaltungsmitarbeiter ist eine Lösung gefunden. Die Politiker haben dabei den weiteren Weg.

Dortmund

, 24.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Terminplanung ist ehrgeizig. Ende Oktober 2020 ist Auszugstermin für alle Nutzer des Rathauses. Am 16. November 2020 beginnen dort die Sanierungsarbeiten. Am 29. November 2022 sollen dann der Rat mit allen Fraktionen, Oberbürgermeister-Amt und andere Nutzer des Rathauses wieder ins frisch sanierte Gebäude am Friedensplatz einziehen.

In den zwei Jahren dazwischen werden die Gebäudehülle und das Innenleben des 30 Jahre alten Rathauses vom Dach bis zur technischen Innenausstattung auf den neuesten Stand gebracht. 34,1 Millionen Euro sind inklusive neuem Mobiliar dafür veranschlagt.

Rat zieht in die Westfalenhallen

Die Rathaus-Sanierung ist eines der größten Bauprojekte der Stadt in den nächsten drei Jahren und wird entsprechend generalstabsmäßg geplant. Dazu gehört auch die Frage, wo die Politik und die Mitarbeiter der Verwaltung, die im Rathaus untergebracht sind, für die Übergangszeit unterkommen.

Das ist nun geklärt: Der Rat, der im September neu gewählt wird, wird nach dem Wunsch des Ältestenrates für zwei Jahre im Kongresszentrum der Westfalenhallen tagen. Dort könne man feste Räume nutzen und auch Material zwischenlagern, erklärt Stadtdirektor Jörg Stüdemann.

Sitzungen der Fachausschüsse könnten ebenfalls dort stattfinden. Es habe dazu in den vergangenen Monaten verschiedene Gespräche und auch Ortstermine gegeben, bestätigt Westfalenhallen-Sprecher Robin Uhlenbruch.

Verwaltung und Politiker in Dortmund müssen jahrelang in Ausweichquartieren arbeiten

Das Kongresszentrum der Westfalenhallen wird für zwei Jahre zum Tagungsort des städtischen Rates. © Dieter Menne (A)

Im Gespräch als Ort für Ratssitzungen war lange Zeit auch der Saal im Reinoldihaus der Handwerkskammer an der Reinoldistraße. Er ist nun aber Teil des Vokalmusikzentrums, das im Februar 2020 offiziell eröffnet wird, und soll möglichst oft für Konzerte genutzt werden.

Umzug auf die andere Seite des Südwalls

Aus ihren Übergangs-Büros werden die ausquartierten Rathaus-Mitarbeiter der Verwaltung und der Fraktionen die Rathaus-Baustelle übrigens gut im Blick haben: Die Beschäftigten haben nämlich einen kurzen Weg zu ihrem Übergangsdomizil.

Die Stadt hat für sie das Gebäude der Volkswohl-Bund-Versicherungen am Südwall angemietet. Die Räume stehen leer, seit die Versicherungsmitarbeiter in den Erweiterungsbau der Hauptverwaltung ein Haus weiter am Südwall gezogen sind.

Verwaltung und Politiker in Dortmund müssen jahrelang in Ausweichquartieren arbeiten

Das Bürogebäude des Volkswohl-Bundes am Südwall wird für zwei Jahre zum Übergangsdomizil für Rathaus-Mitarbeiter und Ratsfraktionen. © Oliver Volmerich

Handwerker werden gesucht

Die Frage ist, ob und wie auch Dortmunder Handwerksfirmen bei den Sanierungsarbeiten zum Zuge kommen. Denn die werden nicht einzeln, sondern in drei großen Paketen - die Experten sprechen von Losen - ausgeschrieben und vergeben.

Zum Los 1 gehören die Fassaden-, Fenster- und Dacharbeiten, Los 2 umfasst Hochbau und Innenausbau, Los 3 die technische Gebäudeausstattung. Dazu kommen als einzelne Maßnahmen die Baustelleneinrichtung und -logistik und Abbrucharbeiten.

Europaweite Ausschreibung

Der Startschuss für die europaweite Ausschreibung fällt am 2. März 2020. Die Betriebe haben dann 30 Tage Zeit, ihr Interesse an dem Vergabeverfahren anzumelden.

Für das eigentliche Verfahren werden dann aus allen Bewerbern fünf Firmen ausgewählt. Sie sind aufgefordert, bis zum 18. Mai 2020 konkrete Angebote zu machen. Am 10. August 2020 steht fest, wer den Zuschlag bekommt.

Eine Überlegung ist, dass Dortmunder Handwerksfirmen Konsortien bilden, um am Verfahren teilnehmen zu können. Ansonsten können sie hoffen, als Subunternehmer zum Einsatz zu kommen.

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