Raus aus den Klassenzimmern: Hier können Kinder künftig im Grünen lernen

hzAußerschulischer Lernort

Außerschulisches Lernen macht Lernstoff erlebbar, sagt der Verband der Bildungswirtschaft. Dortmund hat dafür jetzt einen Standort mehr. Dort ziehen nicht nur Schüler, sondern auch Tiere ein.

Huckarde

, 23.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Haus mitten im Wald als Lernort? Als Ergänzung für den Unterricht im Klassenzimmer sei das ideal, sagt der Verband der Bildungswirtschaft. Lernen abseits der Schule - egal, ob im Wald oder anderswo - könne Fachwissen vor Ort vermitteln und neue Lernanreize schaffen. In Dortmund gibt es jetzt einen neuen Standort, an dem das möglich ist.

Und der liegt tatsächlich mitten im Rahmer Wald: das alte Forsthaus. Lange lag es im Dornröschenschlaf, knapp vier Jahre lang stand es leer und verfiel zusehends - obwohl es einige Ideen zur Neunutzung gab, beispielsweise vom Imkerverein Derne. Letztlich war es aber das Projekt „nordwärts“, das ein neues Nutzungskonzept entwickelte.

Kinder, Jäger und Bienen sind unter einem Dach vereint

Und das beinhaltet gleich mehrere neue Nutzer: die Kreisjägerschaft Dortmund, den Imkerverein Derne, Wald und Holz NRW sowie den städtischen Eigenbetrieb Fabido (Familienergänzende Bildungseinrichtungen für Kinder in Dortmund). Am Donnerstag (22.8.) hat Oberbürgermeister Ullrich Sierau ihnen offiziell den Schlüssel für das sanierte Forsthaus übergeben.

„Vor ein paar Jahren stand ich hier und dachte, dass man aus dem alten Forsthaus nichts mehr machen kann - da stand es kurz vorm Abbruch“, sagt Ullrich Sierau. Gerettet werden konnte es am Ende aber doch. Und dafür haben nicht nur die Bezirksvertretungen Huckarde und Mengede zusammengearbeitet, sondern auch die neuen Nutzer.

Der Imkerverein bekommt sein erstes Vereinsheim

Denn die wussten schließlich, wofür sie es machen. Der Imkerverein bekommt so nach mehr als 150 Jahren sein erstes Vereinsheim. „Vorher haben wir uns immer in einem Raum im Altenheim getroffen“, sagt ein Sprecher des Vereins. Künftig hat der Verein seinen Platz im Obergeschoss des Forsthauses - und die Bienen können vom Forsthaus aus durch den Wald, auf die Wiesen und Rapsfelder fliegen.

Auch die Kreisjägerschaft ist im Obergeschoss untergebracht. Im Erdgeschoss ist Platz für Schulungen. Doch die sollen vor allem im Freien stattfinden. „Es wurde ein Carport für die mobile Waldschule errichtet“, sagt Oliver Lebrecht vom städtischen Liegenschaftsamt.

Kinder werden fachkundig angeleitet

Im und um das alte Forsthaus sollen Kinder dann beispielsweise von Mitgliedern des Imkervereins fachkundig angeleitet werden und alles über Bienen und die Honigproduktion lernen können.

Doch nicht nur die neuen Nutzungsmöglichkeiten seien von Bedeutung, sagt Jörg Tigges als Vorsitzender der Kreisjägerschaft. „Wir geben den Bürgern hier auch ein kleines Stückchen Heimat wieder.“ Die offizielle Eröffnung des alten Forsthauses an der Buschstraße 185 ist am 15. September (Sonntag) von 13 bis 17 Uhr.

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